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Zorniger alter Mann

Ulrich Henkel hat kaum Chancen, Landtagsvizepräsident in Bayern zu werden.

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 2 Min.

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Ulrich Henkel (AfD)
Ulrich Henkel (AfD)

»Schon jetzt randalieren Schwarzafrikaner überproportional häufig und sie verticken wirklich überall Drogen.« Diese Worte fallen in einem Youtube-Clip mit dem Titel »Aus Wut wird Gewalt« und stammen aus der Riege der »zornigen alten Männer«. Sie sind auch der Grund, warum ihr Verfasser, der bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Ulrich Henkel, derzeit neben anderen Parteikollegen vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Der Geheimdienst kritisiert im Fall des 63-jährigen Politikers noch eine weitere »extremistische« Betätigung: Der Abgeordnete sei demnach ein Unterstützer des bayerischen Vereins »Volksbegehren e.V.«. Die seit Ende August existierende Initiative fordert eine rigorose Kontrolle aller bayerischen Grenzübergänge sowie eine personelle Aufstockung des Grenzschutzes. Unterstützer sind unter anderem der rechtsradikale Blogger Michael Stürzenberger, Führungsmitglieder von Pegida Nürnberg, Vertreter der Reichsbürgerszene und mehrere AfD-Politiker. »Die bayerische Grenze brennt, die CSU tut nichts dagegen«, heißt es in einem martialischen Video des Vereins.

Henkel, Jurist und selbstständiger Unternehmensberater, hat sich nun als Kandidat der AfD für das Amt des Landtagsvizepräsidenten aufstellen lassen. An diesem Montag konstituiert sich das Parlament, der rechte Politiker wäre für eine Ernennung auf Stimmen der anderen Parteien angewiesen. Die AfD im bayerischen Landtag hält an dem Münchner trotz der VS-Beobachtung ausdrücklich fest.

Henkel war nach dem Sturz des eher neoliberalen Parteigründers Bernd Lucke in die AfD eingetreten. Bereits in den 1990er Jahren hatte er sich in der teilweise rechtspopulistischen Kleinstpartei »Statt-Partei« engagiert. Einem Bericht der »Süddeutschen Zeitung« zufolge machte er sich vor allem durch seine jahrelang und zahlreich verfassten Leserbriefe einen Namen. »Laut Zeitungsarchiv schrieb er häufig seine Meinung auf«, heißt es. Offenbar brauchte Henkel ein größeres Podium.

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