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Was der Lausitzer braucht

Andreas Fritsche über die Angst vor dem Strukturwandel

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Es gibt in der Lausitz mehr versicherungspflichtige Jobs. Seit 2007 ist ein Plus von 11,4 Prozent zu verzeichnen gewesen. Die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden, haben sich auch verbessert. Auf einen Bewerber kommen statistisch 0,96 Lehrstellen. Früher waren es nur 0,66 Lehrstellen. Das sind Tatsachen.

Ist die Angst vor dem Ausstieg aus der Kohleverstromung unbegründet? Diese Frage lässt sich nicht klar mit Ja beantworten. Denn der Strukturwandel birgt zweifellos Risiken für die Menschen, die sich beruflich umorientieren müssen. Es gibt zwar Alternativen zur Lohnarbeit im Tagebau und im Braunkohlekraftwerk. So sind Tätigkeiten in der Pflege angesichts einer steigenden Zahl hochbetagter Senioren krisensicher. Auch das Gastgewerbe bietet in dem durch Flutung der Kohlegruben entstehenden Lausitzer Seenland einige Möglichkeiten. Doch genau diese Tätigkeiten werden viel zu schlecht bezahlt. Wer weniger verdient, kann weniger ausgeben. Es trifft also nicht allein die Beschäftigten der Lausitzer Energie AG und ihre Familien, sondern auch Menschen, die ihnen Kleidung und Lebensmittel verkaufen oder ihre Autos reparieren.

Abstiegsängste sind nicht bloß eingebildet. Es gibt nachvollziehbare Gründe dafür, sich um die Zukunft Sorgen zu machen. Die Lösung klingt einfach, ist aber unter den herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen schwer zu machen: Jeder muss von seinem Lohn gut leben können.

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