Mit Chuzpe und dem Herz eines Boxers

Wie Horst Selbiger die Pogromnacht 1938 in Berlin erlebte und beschloss, Hitler ein Schnippchen zu schlagen

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 8.5 Min.
Horst Selbiger, ein Zeitzeuge, für den Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen ist.

Es knirscht, knackt und kracht unter ihren Schuhsohlen. Was zehnjährigen Buben normalerweise ein Gaudi ist - nicht so für Horst Selbiger und seine Freunde. Gesenkten Kopfes, bedrückt, schweigend setzen sie an jenem 10. November 1938 tapfer ihren Weg fort, zur Jüdischen Schule in der Großen Hamburger Straße in Berlin. «Wir liefen über Glasscherben. Je weiter wir gingen, desto schlimmer wurde es», berichtet der heute 90-Jährige. «In der Rosenthaler, Ecke Sophienstraße war ein jüdisches Kaufhaus. Wir sahen randalierende Plünderer.» In der Oranienburger das gleiche Bild, alles zersplittert, zertrümmert, zerschlagen. «SA-Angehörige standen vor den Läden, und ganz normale Bürger bedienten sich dreist aus den Regalen.» Die Erinnerung wühlt Horst Selbiger noch heute auf.

1934 ist er eingeschult worden. In die Volksschule in der Sonnenallee unweit vom Hermannplatz. Dort ist er der einzige Jude in der Klasse, «ein Graus war das». Er hatte k...

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