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Naturbursche Lindner

Robert D. Meyer über die Jagdleidenschaft des FDP-Vorsitzenden

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.

Christian Lindner wirkt nicht wie jemand, der sich in der Freizeit die Hände schmutzig macht. Und so überrascht es, dass der FDP-Chef nun verrät, den Jagdschein zu besitzen. Potenziellen Neuwählern sagt er damit: Hey, ich bin nicht nur der smarte Typ, der locker einen Dax-Konzern managen könnte, ich bin auch ein sehr traditionsbewusster Naturbursche.

Und während Lindner mit dem Gewehr ein Reh abknallte, kam ihm der Erweckungsmoment, dass sich der »Wohlstandsfleischesser an der Kühltheke« von der Natur entfremdet habe. Überhaupt finde er diese Mentalität »Würstchen aus der Dose, Strom aus der Steckdose und Wohlstand vom Staat« fragwürdig. Besonders bei Großstädtern, die beim Camping Raviolis auf dem Edelstahlgaskocher aufwärmen und das mit Leben in der Natur verwechseln, dürfte er damit den romantischen Wunsch geweckt haben, mit dem Christian einmal auf die Pirsch zu gehen.

Dabei ist Lindners Naturbegriff Selbstbetrug: Auf den Sozialstaat mag einer wie er gerne verzichten, doch schon beim Strom wäre Schluss. Beides sind Errungenschaften der Zivilisation, ebenso wie jene Impfung, die ihn vor einer Infektion schützt, sollte er sich in Mutter Natur verletzen. Diese irgendwie zu lieben, verknüpft mit einer Prise Wohlstandskritik, kommt an - solange man als Konsequenz nicht nackt in einer Höhle hausen muss.

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