Werbung
  • Politik
  • Menschenrechte in Myanmar

Amnesty entzieht Aung San Suu Kyi Auszeichnung

Scharfe Kritik an bumresischen Politikerin wegen Vertreibung der muslimischen Minderheit

  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Aung San Suu Kyi
Aung San Suu Kyi

Rangun. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Myanmars Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ihre wichtigste Auszeichnung wieder entzogen. Die 73-Jährige verlor damit das Recht, sich weiterhin als »Botschafterin des Gewissens« zu bezeichnen. Die Menschenrechtler begründeten dies damit, dass Suu Kyi als Regierungschefin ihres südostasiatischen Heimatlands die eigenen Werte von früher »in beschämender Weise verraten« habe.

Die einstige Oppositionsführerin steht wegen der brutalen Vertreibung von mehreren Hunderttausend Muslimen der Volksgruppe der Rohingya seit mehr als einem Jahr massiv in der Kritik. Die Vereinten Nationen sprechen von »Völkermord«. Immer wieder gibt es auch Forderungen, Suu Kyi den Friedensnobelpreis wieder abzuerkennen. Dies ist nach Angaben des Nobelpreis-Komitees aber unmöglich.

Amnesty-Generalsekretär Kumi Naidoo teilte der einst hochgeschätzten »Lady« nun jedoch in einem Brief mit, dass ihr die Auszeichnung als »Ambassador of Conscience« (»Botschafterin des Gewissens«) entzogen wurde. Suu Kyi hatte den Preis 2009 bekommen, als sie noch unter Hausarrest stand. Inzwischen führt sie in Myanmar (ehemals: Birma) mit dem Titel einer »Staatsrätin« die Regierung. Darin ist auch das Militär, das sie einst verfolgen ließ, mit mehreren Ministern beteiligt. Sie hat das Vorgehen gegen die Rohingyazumindest gebilligt.

Der Amnesty-Generalsekretär warf ihr vor, gegenüber Gräueltaten des Militärs gleichgültig zu sein und auch die Meinungsfreiheit nicht ausreichend zu schützen. Amnesty habe eigentlich erwartet, dass Suu Kyi ihre »moralische Autorität« nutze, heißt es in dem Schreiben. Und weiter: »Heute sind wir zutiefst bestürzt, dass Sie nicht länger ein Symbol der Hoffnung, des Mutes und der unermüdlichen Verteidigung der Menschenrechte sind.« dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Verschenken Sie das »nd«

Klare Worte, Kritische Debatten und mutiger Journalismus von Links: Das »nd« wird Sie bewegen.

Jetzt verschenken oder sich selbst beschenken