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Opportunistin

Die Ex-Grüne Demokratin Kyrsten Sinema hat die Senatswahlen in Arizona gewonnen - und steht eher rechts

  • Von Pepa Villamayor
  • Lesedauer: 2 Min.

Dass die Midterms in den Vereinigten Staaten zu einem Wendepunkt für die Rolle der Frauen in der amerikanischen Politik geworden sind, lässt sich schwer in Frage stellen. Der jüngste Beweis: Der Sieg der Demokratin Kyrsten Sinema, die knapp eine Woche nach den Kongresswahlen offiziell für Arizona in den Senat einzieht.

Neben Jacky Rosen in Nevada hat sie es als Zweite aus ihrer Partei geschafft, einen vorher republikanisch besetzten Senatorenposten zu übernehmen und wird mit 1,7 Prozentpunkten Vorsprung die erste Senatorin eines für die Demokraten historisch schwierigen Bundesstaates.

Doch nicht nur der knappe Sieg, sondern auch ihr persönlicher und politischer Lebensweg sind bemerkenswert. Die 42-Jährige wurde in Tucson, der zweitgrößten Stadt Arizonas, geboren und erlebte eine schwierige Kindheit, die von Armut geprägt war: Sie lebte mit ihrer Familie drei Jahre lang in einer verlassenen Tankstelle ohne Strom und Wasser.

Wie sie auf ihrer Homepage erklärt, war Bildung ihr Weg in ein besseres Leben: Mit Hilfe von akademischen Stipendien studierte sie Sozialarbeit und absolvierte später das Juraexamen an der staatlichen Universität Arizona, wo sie jetzt als Dozentin tätig ist.

Auf der politischen Ebene hat sie auch einen betrachtenswerten Weg hinter sich. Die Demokratin, die sich zu ihrer Bisexualität bekennt, fing ihre politische Karriere im Jahr 2000 bei den amerikanischen Grünen an und setze sich gegen die Todesstrafe und den Krieg ein.

Einige Jahre später zeigt sie eine ganz andere Einstellung. Sie sitzt seit 2013 für die Demokraten im Repräsentantenhaus und schloss sich der Blue Dog Coalition an - der konservativen Gruppe unter den Demokraten.

Die Ex-Grüne steht politisch eher rechts und hat ihre Affinität mit den Republikanern bereits im Kongress gezeigt, in dem sie ein Trump-Gesetz zur Erhöhung der Strafen für Migrant*innen, die nach einer Abschiebung erneut in die USA einreisen, unterstützte. So mancher Demokrat hält sie deshalb für eine Opportunistin, die für ihren Wahlerfolg Prinzipien über Bord wirft.

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