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Neonazis sperren symbolisch Gewerkschaftshaus

NPD forderte auf Zetteln am Gewerkschaftshaus »Gewerkschaften verbieten« / IG Metall will sich weiter gegen Rechts engagieren

  • Von Ulrike Kumpe
  • Lesedauer: 2 Min.

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Menschen versammeln sich zur Demonstration in Essen unter dem Motto «#WIRSINDMEHR - Aufstehen gegen rechte Hetze». Zur Teilnahme aufgerufen hat das linke Bündnis «Essen stellt sich quer». Anlass sind die fremdenfeindlichen Aufmärsche in Chemnitz. Ende November soll es wegen eines NPD-Aufmarsches eine solche Demonstration auch in Salzgitter-Lebenstedt geben.
Menschen versammeln sich zur Demonstration in Essen unter dem Motto «#WIRSINDMEHR - Aufstehen gegen rechte Hetze». Zur Teilnahme aufgerufen hat das linke Bündnis «Essen stellt sich quer». Anlass sind die fremdenfeindlichen Aufmärsche in Chemnitz. Ende November soll es wegen eines NPD-Aufmarsches eine solche Demonstration auch in Salzgitter-Lebenstedt geben.

Am Dienstag Nachmittag fanden Gewerkschafter der IG Metall den Eingang des Gewerkschaftshauses in Salzgitter-Lebenstedt mit Absperrbändern versperrt vor. Daran angeheftet waren Zettel mit der Aufschrift »Gewerkschaften verbieten«. Ebenfalls auf den Schildern die Logos der rechtsradikalen Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) und der Jung Nationalisten (JN), der Jugendorganisation der Partei.

Mit einem Foto, auf dem Gewerkschafter*innen den regenbogenfarbenen Aufruf zu ihrem Fest der Demokratie Ende November zeigen, machen sie deutlich, dass sie nichts von der Aktion halten. Außerdem ist darauf deutlich der Hashtag »wirsindmehr« zu lesen, der nach Chemnitz als Zeichen für eine demokratische Gesellschaft entstanden ist.

Gegenüber regionalsalzgitter.de äußerte sich Betriebsrätin Lena Fuhrmann: »Sie wollen die Gewerkschaften verbieten. Und das, obwohl sie doch immer beteuern, etwas für die kleinen Leute zu tun. Dabei sind wir es doch, die etwas für die Arbeitnehmer herausholen.« Doch es mache ihr schon ein wenig Angst, dass die Rechten direkt vor das Gewerkschaftshaus kommen.

Wolfgang Räschke, Geschäftsführer der IG Metall Salzgitter-Peine, erklärt gegenüber »nd«, dass diese Aktion der NPD zu weit gehe: »Wir haben deshalb Anzeige bei der Polizei erstattet.« Er sagt auch: »Mit dieser Forderung stellt sich die NPD direkt in die Tradition der NSDAP, die am 2. Mai 1933 die Gewerkschaften verbot. Was folgte waren Verfolgung, Verhaftung, Folter und die Deportation in Konzentrationslager. Es muss begriffen werden, wie gefährlich sie sind.«

Die Gewerkschaft in Salzgitter-Lebenstedt stellt sich immer wieder gegen Rechte in der Region. Gegen den geplanten NPD-Aufmarsch am 6. Oktober hatte sie bereits mobilisiert - mit Erfolg - der Aufmarsch wurde abgesagt. Den nächsten rechten Aufmarsch plant die NPD am 24. November. Auch dagegen setzt die Gewerkschaft ein Zeichen. »Wir können und dürfen nicht unwidersprochen zulassen, dass die NPD hier aufläuft«, so Räschke. Die IG Metall plant deshalb in unmittelbarer Nähe zur NPD auf dem Rathausvorplatz in Salzgitter-Lebenstedt ein Fest der Demokratie unter dem Motto ,,Wir sind mehr - Hier ist kein Platz für Hetze und rechte Gewalt!‘‘

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