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Spielen statt Schaumschlagen

Martina Voss-Tecklenburg übernimmt die DFB-Frauen von Horst Hrubesch - und bekommt Ratschläge mit auf den Weg

  • Von Frank Hellmann, Erfurt
  • Lesedauer: 3 Min.

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Die Gemütslage nach einem Unentschieden ist häufig zwiespältig. Umso wichtiger war es den Fußballerinnen des deutschen Nationalteams, nach der Nullnummer gegen Spanien die Deutungshoheit zum Abschluss des Länderspieljahres zu behalten. »Ein guter Test, der Lust gemacht hat auf mehr«, meinte Alexandra Popp am Dienstagabend im Erfurter Steigerwaldstadion. Die als Angreiferin recht wirkungslose Kapitänin hätte es als schlimm erachtet, »wenn schon alles funktioniert.« Was gäbe es vor der Frauen-WM im kommenden Sommer dann noch zu tun? Und vor allem: Was kann Martina Voss-Tecklenburg verbessern, wenn die Übergangslösung Horst Hrubesch alles gewinnt?

Insofern war das erste Remis mit dem beim Abendessen stilecht bei Currywurst, Pommes Frites und Schokokuchen verabschiedeten 67-Jährigen ein Warnsignal: Spanien setzt die Trends nicht mehr nur im Nachwuchsbereich, sondern hat Nationen wie Österreich und Schweiz längst überholt. Während die spanischen Fußballerinnen acht Siege in der WM-Qualifikation einfuhren, schauen beide Alpenrepubliken beim Turnier in Frankreich nur zu.

Womit sich bereits der Bogen zur DFB-Auswahl schließt, denn die wäre in den November-Testspielen ja eigentlich schon von Martina Voss-Tecklenburg betreut worden, wenn die Trainerin nicht noch die WM-Playoffs hätte hinter sich bringen müssen. Dort scheiterte sie mit den Schweizerinnen: Trotz einer 82-minütigen Überzahl gelang ebenfalls am Dienstag in Schaffhausen nur ein 1:1 gegen die Europameisterinnen aus den Niederlanden, die sich nach dem 3:0-Hinspielerfolg den letzten europäischen WM-Startplatz ergatterte.

Die Schweizer Leistungsdelle überlappte sich mit dem verkündeten Wechsel der Trainerin. »Ich bin sehr traurig. Es überwiegt aber die Dankbarkeit für eine wunderbare Zeit«, bilanzierte Voss-Tecklenburg nach sieben Jahren. Für die 50-Jährige stand es nie zur Debatte, die Zusammenarbeit vorzeitig zu kündigen. Hrubesch bestätigte, dass alle Maßnahmen beim deutschen Team seit Wochen in enger Absprache mit seiner Nachfolgerin erfolgt seien, die mit Britta Carlson und Thomas Nörenberg auch beide Assistenten übernimmt.

Ihre Vorstellung erfolgt am 30. November. So durchsetzungsstark und selbstbewusst die 125-fache deutsche Nationalspielerin ist, so sehr wird sie darauf achten, die von Hrubesch wieder errichtete Basis nicht einzureißen. Lina Magull vom FC Bayern erzählte von einigen Leitsätzen, die verankert worden seien: weniger Ballkontakte, viel Kommunikation. Nicht zu verachten die persönliche Komponente: Die Atmosphäre war bestens, weil viel leistungsfördernder als unter Steffi Jones. Zwischen Hrubesch und »seinen Mädels« hat es auf zwischenmenschlicher Ebene hervorragend gepasst. Wenn Hrubesch nun sagt, er hoffe, dass die Mannschaft »diesen Weg weitergeht«, dann findet sich darin der indirekte Ratschlag, seinen Pfad des gegenseitigen Respekts nicht zu verlassen.

Voss-Tecklenburg ist indes eine kluge Persönlichkeit, die keine Effekthascherei braucht. Die Grundausrichtung wird sie ebenso wenig kippen wie die Verjüngung. Erste Fingerzeige dürfte im Januar ein Trainingslager auf Marbella geben. Mit der Freiburgerin Giulia Gwinn, Lena Lattwein aus Hoffenheim oder der Münchnerin Sydney Lohmann kamen Talente der Jahrgänge 1999/2000 im letzten Spiel unter Hrubesch erneut zum Einsatz. »Wir müssen froh sein, dass wir diese Jungspunde haben«, sagte Popp. Die 93-fache Nationalspielerin vom VfL Wolfsburg ist übrigens diejenige, die aus ihrer Zeit beim FCR Duisburg einen besonderen Bezug zur neuen Bundestrainerin hat: »Martina hat mich damals geformt. Ich finde cool, dass sie es geworden ist. Sie war damals sehr temperamentvoll. Das soll sich ja nicht geändert haben.«

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