Mit Verspätung in die Schocktherapie

In der Slowakei ist der Neoliberalismus Konsens - in den 1990er Jahren gab es Versuche, das zu verhindern

  • Von Felix Jaitner
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die slowakischen Kommunalwahlen am Samstag bestätigen einen Trend, der seit einigen Jahren auch in Tschechien zu beobachten ist: Die etablierten Parteien verlieren, stattdessen wählen die Bürger vermehrt unabhängige Kandidaten. Seit dem EU-Beitritt im Jahr 2002 galt die Slowakei politisch als relativ stabil. Doch die Ermordung des Journalisten Ján Kuciak und seiner Verlobten Martina Kušnírová im Februar hat die Lage verändert. Die darauf einsetzenden Massenproteste führten zum Rücktritt des Ministerpräsidenten Robert Fico. Seitdem führt sein bisheriger Stellvertreter Peter Pelligrini die Koalition aus Sozialdemokraten, der rechtspopulistischen Slowakischen Nationalpartei SNS und der ungarisch-slowakischen Partei Most-Hid fort.

Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber den politischen Vertretern, Korruption und Vetternwirtschaft - obwohl Tschechien und die Slowakei seit 1993 getrennte Wege gehen, gleicht sich die gesellschaftliche Entwickl...


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