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Öffnet die Bahnhöfe!

Maria Jordan über die BVG und Obdachlose in den Bahnhöfen

  • Von Maria Jordan
  • Lesedauer: 2 Min.

Obdachlose in U-Bahnhöfen waren der BVG schon immer ein Dorn im Auge. Jetzt, kurz vor dem Wintereinbruch, beenden die Verkehrsbetriebe auch den letzten Akt ihrer humanitären Hilfe von bisher immerhin zwei für Obdachlose geöffneten Bahnhöfen - und lassen sie alle auf der Straße schlafen.

Damit niemand die BVG oder die Senatsverwaltung für Soziales für kaltblütig und unmenschlich hält, bemühen diese sich seit vier Wochen um Ersatzräume, die obdachlose Menschen vor dem Erfrieren retten sollen - erfolglos. Die BVG will jetzt Informationszettel über Hilfsangebote in den Bahnhöfen aushängen, aus denen sie die Obdachlosen vertreiben will. Welch bittere Ironie.

Bei der Senatsverwaltung wird indes allen ernstes behauptet, dass die Kältehilfe genug Plätze anbiete, »alle Bedürftigen unterzubringen«. Diese Aussage ist jedoch so falsch, dass man sich wundern muss, wie sie überhaupt in die Öffentlichkeit gelangen konnte. Nach eigenen Angaben kann die Berliner Kältehilfe in diesem Winter 1000 Schlafplätze für Obdachlose zur Verfügung stellen. Bei geschätzt bis zu 6000 Obdachlosen in der Stadt bleiben damit immer noch 5000 Frauen, Männer und Kinder bei eisigen Temperaturen nachts auf der Straße.

Vielleicht sollten BVG und Senatsverwaltung weniger Mühe in - mehr oder weniger - öffentlichkeitstaugliche Statements stecken, sondern endlich handeln, bevor die Menschen erfrieren. Und bis dahin, geschätzte BVG: Macht eure Bahnhöfe auf, und zwar alle! Andernfalls geht der Kältetod jedes einzelnen Obdachlosen in diesem Winter auf euer Konto.

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