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Tröstende Worte für die Hinterbliebenen

Es ist nicht leicht, die richtigen Worte zu finden

  • Von Jürgen Holz
  • Lesedauer: 3 Min.

Trost spenden - da gibt es durchaus Unterschiede. Ist ein lieber Mensch aus dem persönlichen Umfeld krank geworden, braucht er manchmal Worte der Aufmunterung. In vielen Fällen reicht eine Karte oder ein Brief, in dem geschrieben steht, dass er nicht vergessen wurde und wie sehr diese Person geschätzt wird. Schwieriger ist es mit dem Trost bei einem Todesfall.

Floskeln und Phrasen sind fehl am Platz

Gerade bei Personen, die einen nahestehenden Menschen verloren haben, ist Trost spenden nicht einfach. Viele von ihnen möchten gar keine Worte hören, sondern nur jemanden, der bei ihnen ist. Zudem ist es für einen Trostspender nicht einfach, die richtigen Worte zu finden, denn in vielen Fällen sind es doch nur Floskeln.

Kein Mensch, der trauert, möchte hören: »Du schaffst das schon« oder »Die Zeit heilt alle Wunden.« Das sind nur Phrasen, die nicht wirklich helfen und über eine schwere Zeit hinweg helfen. Jeder kann aber lernen, Beileid zu zeigen und die helfenden Worte zu finden. Kluge Sprüche sollte es auf jeden Fall nicht sein. Nicht der Kopf sollte angesprochen werden, sondern das Herz. Ratschläge sind vollkommen fehl am Platz, aber vielleicht ein Angebot, dass es immer ein offenes Ohr gibt, ist aussagekräftiger.

Beim Trost spenden im Todesfall sollten auch keine großen Worte gemacht werden, sondern einfach nur zuhören, das ist viel besser. Geduld ist ein weiterer Faktor, mit dem getröstet werden kann. Denn ein Trauernder ist zeitweise so abwesend, dass er kaum mitbekommt, wenn er angesprochen wird.

Was auf keinen Fall Trost spendet, ist der Satz: »Ich weiß, wie du dich fühlst.« Denn Trauer verarbeitet jeder anders und helfen werden diese Worte kaum. Trösten geht nur gut, wenn der Trostspender sich in die betreffende Person hinein versetzt. Gute Ratschläge sollten wegtgelassen werden, ein offenes Ohr ist viel mehr wert.

Praktischer Beistand ist eine wirkliche Hilfe

Da die engsten Angehörigen des Verstorbenen gerade in den ersten Tagen oft völlig von ihrer Trauer und ihrem Schmerz vereinnahmt werden, steht ihnen nicht der Kopf nach den vielen organisatorischen Aufgaben, die es dringend zu bewältigen gilt. Praktischer Beistand und tatkräftige Hilfe sind hier eine wirkliche Hilfe, die von Hinterbliebenen geschätzt wird. Beispielsweise was die Organisation der Beisetzung angeht, die Behördengänge, die beim Todesfall unumgänglich sind, oder die ersten Schritte bezüglich Nachlass und Testament.

In manchen Fällen kann der praktische Beistand auch in finanzieller Hilfe bestehen, wenn zum Beispiel der Alleinverdiener und Ernährer der Familie gestorben ist und sich nun ein quälender finanzieller Engpass aufgetan hat, bis der Nachlass geregelt ist. Da kommt eine temporäre Unterstützung vielfach sehr gelegen, wenn so die schlimmsten Folgen abgewendet werden können.

Im Einzelfall sollte man sich tatsächlich nicht scheuen, ganz offen danach zu fragen, ob solch eine finanzielle Unterstützung notwendig ist und genehm wäre.

Was beim Kondolenzschreiben beachtet werden sollte

Auch in einem Kondolenzschreiben die richtigen Worte zu finden, ist nicht immer einfach. Beim Schreiben ist es hilfreich, sich an folgenden Fragen zu orientieren:

- Was fühle ich, wenn ich an den Verstorbenen denke?

- Wie werde ich den Verstorbenen in Erinnerung behalten?

- Was wünsche ich den Angehörigen für die Zukunft?

- Wie kann ich helfen?

Nichtsdestotrotz schätzen Menschen eine persönliche Beileidsbekundung mehr als eine schriftliche. Wenn die Beziehung zu Verstorbenen und Hinterbliebenen eng genug ist, ist ein Kondolenzbesuch angebracht. Es sind dabei nicht viele Worte notwendig, die Geste an sich bedeutet schon genug.

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