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Simbabwe am Abgrund

Die einstige Kornkammer ist in der Dauerkrise

  • Von Julika Botschek, Weltfriedensdienst
  • Lesedauer: 2 Min.

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Viele Beobachter*innen hatten die Hoffnung auf einen Wandel des Landes aufgegeben, als im November 2017 der ersehnte politische Wechsel eintrat: Robert Mugabe, der damals 93-jährige Langzeitpräsident war nach 37 Jahren an der Macht nach massivem Druck des Militärs zurückgetreten. Der Wunschkandidat des Militärs, der ehemalige Vizepräsident Emmerson Mnangagwa, wurde zum Interimspräsidenten ernannt und im Juli 2018 mit hauchdünner Mehrheit zum Präsidenten gewählt.

Viele, vor allem junge Menschen, verbanden mit der Wahl die Hoffnung, dass das Land jetzt den Aufbruch in eine neue Zeit erlebt. Bislang aber laufen die Forderungen von Opposition und Zivilgesellschaft nach demokratischen Reformen ins Leere. Auch die Wirtschaft Simbabwes steckt in einer tiefen Krise. Weil das Land kaum noch exportiert, fehlen Devisen, um Importe wie Medikamente oder Benzin bezahlen zu können. Auch Lebensmittel werden knapp. Die Regale in Apotheken, in Supermärkten: leer. Vor den Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Die Preise steigen unerbittlich. Es mangelt an Bargeld. Die Inflation nimmt weiter zu. Der Preis für ein Pfund Weißbrot hat sich zuletzt auf umgerechnet 1,94 Euro verdoppelt. Brot und Wasser werden zum Teil rationiert.

Die Ernährungs- und Gesundheitssituation, insbesondere von Kindern, ist nach wie vor pro- blematisch. Erst im September 2018 kam es wieder zu einem Ausbruch der Cholera. Die Krankheit wird meist durch verseuchtes Wasser übertragen. Die einstige Kornkammer kann ihre Bewohner*innen kaum mehr mit Grundnahrungsmitteln versor- gen - ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren leidet unter chronischer Mangelernährung. Obwohl viele als Kleinbäuer*innen und Hirt*innen selbst Nahrungsmittel produzieren, machen diese den Großteil der Hungernden aus. Gerade auf dem Land ist die Existenzsicherung schwierig, da extreme Wettererscheinungen, wie anhaltende Dürren oder sintflutartige Regenfälle mit zerstörerischen Überschwemmungen, den Kleinbäuer*innen die Lebensgrundlage rauben. Einziges Mittel zum Überleben ist der freie Zugang zu lokalen Wasserressourcen und stabilen Ökosystemen mit intakten Wasserkreisläufen. Das ist oft nicht gegeben.

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