Alles kann auch anders sein

Wie aus einem sportlichen Mädchen erst die Gründerin einer Möbeltischlerei und später eine feministische Kickboxtrainerin wurde

  • Von Ulrike Gramann
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Eine Berliner Schulturnhalle Ende der 90er Jahre, ein Wochenende unter Frauen, die verschiedene Kampfsportarten trainieren: Claudia Fingerhuth steht mir gegenüber, die Trainerin. Um die nächste Übung zu demonstrieren, soll ich sie mit der Faust angreifen. Sie ist groß, größer als ich, beweglich, sicher beweglicher als ich, wach. Wacher als ich. Mein Unterbewusstsein vergisst für einen Sekundenbruchteil, dass dies Training ist, hält es für einen Kampf, den ich nicht gewinnen kann. Energie habe ich genug. Ich trete mit Kraft gegen Claudias Knie, begreife noch in der Bewegung, kann nicht mehr bremsen.

Anfängerinnen erschrecken oft, über wie viel Kraft sie bereits verfügen. Ein Schritt ist es, sie zu entdecken, der zweite, sie zu befreien, der dritte, zu lernen, wie man Kraft bewusst einsetzen kann. Die Kickboxtrainerin Claudia Fingerhuth geht diese Schritte seit bald dreißig Jahren, mit ungezählten Frauen.

Sie ist Berlinerin, 19...


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