Werbung
  • Politik
  • „Düsseldorf stellt sich quer“

Messerwurf auf Antifaschisten?

Videoaufzeichnungen sollen gefährlichen Angriff auf Antifas dokumentieren / Kritik an Polizeieinsatz

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

»Schlagt sie Tod!« Das rufen die Neonazis und Hooligans, als sie bei ihrer Demonstration am 17. November auf Gegendemonstranten zulaufen und die Nazi-Gegner attackieren. An der Polizeikette, die Antifaschisten und Neonazis eigentlich trennen soll, können sie einfach vorbeilaufen. Es ist eine von derzeit unzähligen Demonstrationen gegen den UN-Migrationspakt, die an diesem Tag stattfindet. Aufgerufen hatten Gruppen, die sich selbst »Patrioten NRW« oder »Mütter gegen Gewalt« nennen. 450 Menschen waren ihrem Aufruf gefolgt, darunter auch viele neonazistische Hooligans.

Schon kurz nach der Demonstration hatte das Bündnis »Düsseldorf stellt sich quer« von zwei Verletzten durch die Übergriffe gesprochen und die Polizei scharf kritisiert. »Uns ärgert diese Polizeitaktik, da bekannt war, dass gewaltbereite Hooligans aus ganz NRW anreisen würden«, erklärt Bündnis-Sprecher Johannes Dörrenbächer. Spätestens nach den Hetzjagden auf Migranten in Chemnitz müsse klar sein, welche Gefahr von diesem Spektrum ausgehe. »Der rechte Aufmarsch hätte nach dem Angriff sofort beendet werden müssen.«

Jetzt haben die Düsseldorfer Antifaschisten zahlreiche Videos vom Demonstrationsgeschehen ausgewertet und dabei eine erschreckende Entdeckung gemacht: »Ein Kölner Hooligan schleuderte aus dem Gewühl höchstwahrscheinlich ein Wurfmesser auf Kopfhöhe in Richtung der Gegendemonstrant*innen und der Polizei – und verfehlte dabei nur äußerst knapp sein Ziel«, heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses. Die Düsseldorfer Antifaschisten gehen davon aus, dass die Angriffe der Hooligans, die unter anderem aus Düsseldorf, Köln und Mönchengladbach stammten, im Vorfeld der Demonstration abgesprochen worden sind. »Wir fordern eine sofortige Aufklärung der genannten Vorfälle, insbesondere des Messerwurfs. Die Gewalt gegen Teilnehmer*innen an unseren Protesten hat spätestens mit den Vorfällen vom 17. November nicht mehr hinnehmbare Ausmaße angenommen«, sagt Uwe Funke von dem Antifa-Bündnis.

Funke verweist außerdem darauf, dass man die Polizei im Vorfeld auf das »extrem hohe Gewaltpotential« der rechten Demonstranten hingewiesen habe. Daraus sei allerdings nichts gefolgt. Bei der Düsseldorfer Polizei werde das »Hauptproblem nach wie vor im Protest gegen rechte Demonstrationen gesehen«, erklärt der Bündnissprecher.

Die Polizei Düsseldorf teilte auf nd-Anfrage mit, dass es mehrere Anzeigen wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen Teilnehmer des Aufmarsches der »Patrioten NRW« gibt. Den Vorwurf von »Düsseldorf stellt sich quer«, dass höchstwahrscheinlich ein Messer geflogen sei, »prüft« die Polizei derzeit und kann dazu noch »keine weiteren Angaben« machen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!