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Immer weiter und immer mehr

Kampf um Gleichstellung: Die Skispringerinnen werden in diesem Weltcupwinter mehr Wettkämpfe bestreiten und häufiger von Großschanzen fliegen

  • Von Patrick Reichardt und Thomas Eßer, Lillehammer
  • Lesedauer: 3 Min.

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Mit neuen Großevents, mehr Schanzen und zusätzlichem Preisgeld gehen die Skispringerinnen in diesem Winter die nächsten Schritte auf dem Weg zur sportlichen Gleichstellung. Am Freitag startet die deutsche Mannschaft um Olympia-Silbergewinnerin Katharina Althaus in ihre bisher intensivste Saison: 27 Weltcupspringen - so viele wie noch nie - stehen auf dem Programm, darunter erstmals die lukrative Raw-Air-Tour in Norwegen und eine Russland-Tournee. Los geht’s bereits mit einem echten Highlight. »Mega cool« - so beschreibt Althaus das Lillehammer-Triple an diesem Wochenende, das aus drei Springen mit eigener Gesamtwertung besteht und das sie bei der Premiere im vergangenen Jahr gleich gewann.

Die Topspringerin im Team von Bundestrainer Andreas Bauer freut sich auf die Saison voller neuer Herausforderungen. »Wir haben die letzten Jahre dafür gekämpft, dass wir mehr Springen haben«, sagte die Gesamtweltcupzweite des vergangenen Winters. Auch in der neuen Saison will die 22-Jährige wieder angreifen: »Ganz oben zu stehen, ist immer das Ziel. Ich hoffe, dass ich so gut in den Winter komme wie letztes Jahr.«

In diesem Winter messen sich die Frauen häufiger auch von Großschanzen - bei ihren männlichen Kollegen ist das Standard, einige Wettkämpfe bestreiten sie zudem am gleichen Ort statt. Einer davon: Die 2017 bei den Männern eingeführte Raw-Air-Tour in Norwegen, die in leicht abgespeckter Version nun auch bei den Frauen auf dem Wettkampfplan stehen wird. Olympiasiegerin Maren Lundby sprach von einem »Meilenstein«. Die neue Serie »bedeutet, dass ich mein Einkommen der olympischen Saison verdoppeln kann«, sagte die Norwegerin. 35 000 Euro warten auf die Gewinnerin, insgesamt werden 55 000 Euro Preisgeld ausgeschüttet.

Wie die Athletinnen freut sich auch Bundestrainer Bauer über die jüngsten Entwicklungen in seinem Sport. Der 54-Jährige hat allerdings auch Respekt vor dem straffen Terminkalender. »Die Saison ist ein weiterer Schritt zur Gleichstellung, aber auch ein weiterer Schritt, was die Belastung angeht«, sagt er. Man müsse professioneller werden, um durch so eine lange Saison zu kommen, sagte Bauer und erklärt: »Wir müssen uns trainingsmethodisch so aufstellen, wie die Männer das seit Jahren tun. Das fängt an mit einer guten Organisation der Reisen und hört auf mit der Gesundheitsvorsorge.« Schließlich findet die WM erst spät in der Saison statt. »Wir versuchen uns so darauf einzustellen, dass wir dann noch möglichst ausgeruht und fit sind«, sagt Bauer.

Der Oberstdorfer hat den Blick auf das große Ganze, traut seinem Team aber auch schon zu Saisonbeginn einiges zu. Einen Traumstart wie im Vorjahr hält er durchaus für möglich. Und überhaupt: »Wir haben immer den Anspruch, in jedes Weltcupspringen mit dem Ziel reinzugehen, auf dem Podest zu stehen und den Wettkampf mitzubestimmen.« Neben Althaus hätten auch die Olympiasiegerin von 2014, Carina Vogt (26), und Juliane Seyfarth (28) gute Möglichkeiten. Bauer ist sich sicher: »Wir haben ein paar Eisen im Feuer.«

Althaus betont ebenfalls die Stärke des Teams. Was die weitere Entwicklung des Frauenskispringens angeht, hat sie einen besonderen Wunsch. »So eine Vierschanzentournee für Frauen hätte schon auch ihren Reiz«, sagt sie. Das wäre dann ein noch größerer Schritt zur sportlichen Gleichstellung. dpa/nd

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