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  • CDU-Parteivorsitznachfolge

Stehende Ovationen für Merz

Kandidaten für CDU-Vorsitz präsentierten sich in NRW

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 3 Min.

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CDU-Landeschef Armin Laschet begnügte sich bei der nordrhein-westfälischen Regionalkonferenz seiner Partei in der Düsseldorfer Messe mit einem kurzen Grußwort. Er wünsche eine »gute, streitbare, aber faire Diskussion«. Dann verabschiedete sich Laschet in Richtung Bochum. Der Job als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident machte es möglich, dass er die Wiedereröffnung des Bergbaumuseums und eine Veranstaltung des Eventmanagers Sascha Hellen, der unter anderem durch fragwürdige Preisverleihungen Schlagzeilen gemacht hatte, als Ausrede heranziehen konnte. Laschet erklärte, tausend Menschen würden auf ihn warten, es ginge um die Zukunft des Ruhrgebiets.

Ungelegen dürften ihm die Termine nicht gewesen sein. Denn am Mittwoch stellten sich in Düsseldorf die drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz - Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn - vor. Laschet werden Ambitionen nachgesagt, selbst CDU-Chef und Kanzler werden zu wollen. Noch hat Angela Merkel beide Posten inne. Dass Laschet seinen Hut diesmal nicht in den Ring geworfen hat, dürfte vor allem strategische Gründe haben. Gegen eine Vertraute und zwei Kandidaten aus dem eigenen Landesverband anzutreten, wäre schwierig geworden. Außerdem hat Laschet wenig vorzuweisen. In Nordrhein-Westfalen regiert er gerade einmal eineinhalb Jahre.

NRW ist wichtig für die Kandidaten. Ein Drittel der 1001 Parteitagsdelegierten kommt aus dem Bundesland. Das Interesse and den Dreien ist groß. Kurzfristig zog man von einem Saal für 1000 Personen in eine Messehalle um. Fast 4000 CDU-Mitglieder sind da. Viele Mitglieder wollen sich selbst ein Bild machen. Kreisverbände und Vorstände tagen teilweise noch vor dem Parteitag. Gibt es noch ein Argument, mit dem man den eigenen Delegierten von einem anderen Kandidaten überzeugen kann?

Der frühere Fraktionschef Merz schafft es, seine Geschichte und die der Partei miteinander zu verweben. Weil man offen und ehrlich miteinander gestritten und dabei Spaß gehabt habe, sei er in die CDU gekommen. Der sogar in seiner Partei weit rechts stehende Merz ruft auch ein »ja zu Deutschland und auch zu deutschen nationalen Interessen« in den Saal. Das kommt bei vielen gut an. Es gibt stehenden Applaus.

Kramp-Karrenbauer spricht betont nüchtern über ihre Kandidatur. Sie ist für Kurskorrekturen, will aber alle Parteiflügel mitnehmen. Kramp-Karrenbauer erinnert daran, dass ihr Wahlsieg im Saarland 2017 auch Rückenwind für die NRW-Wahl bedeutete. Die Botschaft der heutigen Generalsekretärin lautet: Mit mir kann die CDU Wahlen gewinnen.

Spahn präsentiert sich anders. Statt am Podium zu stehen, läuft er mit einem Handmikrofon über die Bühne und spricht von seinen Vorstellungen für Deutschland 2040. Der Gesundheitsminister ist aber nur Außenseiter. In den meisten Umfragen unter Anhängern der CDU lag Kramp-Karrenbauer vor Merz auf dem ersten Platz. Spahn schnitt deutlich schlechter ab als seine beiden Kontrahenten. Entscheiden werden aber letztlich die Delegierten auf dem Hamburger CDU-Parteitag in der kommenden Woche.

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