Fahrspaß und gekränkter Produzentenstolz

Der Umstieg auf Elektromobilität wird die Beschäftigten der Autobranche im Osten unterschiedlich stark treffen

  • Von Hendrik Lasch, Leipzig
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Michael Rahmel ist, wie er selbst sagt, ein »Auslaufmodell«. 1974 wurde er Maschinenschlosser und fuhr einen Opel mit Dreigangschaltung. Heute ist er Chef des Betriebsrates im Mercedes-Benz-Werk Berlin-Marienfelde, wo Benzin- und Dieselmotoren gebaut werden. Sie sind moderner als alles, wovon man vor 45 Jahren träumte - und haben doch eine ungewisse Zukunft. »Nichts von dem, was wir herstellen, hat mit Elektromobilität zu tun«, sagt Rahmel. Was das für die 2600 Leute im Werk bedeutet, sei offen. Es gebe »Angst um die Jobs«.

Ähnliche Sorgen hegte mancher der Betriebsräte bei einer Automobilkonferenz der IG Metall Berlin/Brandenburg/Sachsen, die sich um Elektromobilität drehte. Der Umstieg von Verbrennern auf E-Autos hat die Branche auch in dieser Region voll erfasst, die hier zu den größten Arbeitgebern gehört. Allein in Sachsen arbeiten 95 000 Menschen in Autowerken sowie bei rund 780 Zulieferern und Dienstleistern, sagt Bezirksle...

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