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Pro Asyl: Risiko für Abgeschobene wird immer größer

Menschrechtler üben Kritik an geplantem Abschiebeflug nach Afghanistan

  • Lesedauer: 2 Min.

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Afghanistan: Pro Asyl: Risiko für Abgeschobene wird immer größer

Kabul. Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hat die Bundesregierung angesichts eines erneuten geplanten Abschiebefluges am Dienstagabend von Frankfurt nach Afghanistan kritisiert. Eine Weiterführung von Abschiebungen nach Afghanistan sei unverantwortlich und verkenne den Ernst der Lage, heißt es in einer Mitteilung von Pro Asyl am Dienstag.

Angesichts weiterer großer Anschläge in den vergangenen Wochen in der Hauptstadt Kabul oder mehrerer Entführungen auf Überlandstraßen würden die Risiken für Abgeschobene immer größer, heißt es in der Mitteilung weiter. Zudem würden die hohen Verlust- und Desertionsraten unter afghanischen Sicherheitskräften die Frage aufwerfen, ob der Staat seiner Schutzfunktion noch gerecht werden könne. Pro Asyl hatte vergangene Woche ein Abschiebemoratorium gefordert.

In den vergangenen zwei Wochen waren bei zwei großen Anschlägen in Kabul mindestens 70 Menschen getötet worden. Insgesamt wurde die Hauptstadt in diesem Jahr alleine von 21 großen Anschlägen erschüttert. Dabei starben mehr als 500 Menschen, mindestens 999 wurden verletzt. Den Großteil der Anschläge reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich.

Die radikalislamischen Taliban, die größte Aufständischengruppe im Land, distanzieren sich seit mehreren Monaten von Angriffen auf Zivilisten. Sie greifen allerdings fast täglich Kontrollposten und Basen der Sicherheitskräfte an. Militärkreisen zufolge kommen täglich rund 35 Polizisten und Soldaten bei Anschlägen und Gefechten ums Leben. Laut Angaben des US- und afghanischen Militärs beherrscht die Regierung nur noch wenig mehr als die Hälfte der Bezirke des Landes. Weitere rund 30 Prozent sind umkämpft.

Die USA treiben aktuell eine politische Lösung des Konflikts voran und versuchen, die Taliban an den Verhandlungstisch zu bringen. Auch die Bundeswehr ist an dem internationalen Einsatz in Afghanistan beteiligt. dpa/nd

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