Unter dem wachsamen Blick der Eule

Die wechselvolle Geschichte des Berliner Ullsteinhauses.

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Januar, Ende 1933. Hermann Ullstein ist geladener Gast auf dem Berliner Presseball. Da schlägt die Nachricht ein wie ein Blitz: Adolf Hitler wurde zum Reichskanzler ernannt. Hermann Ullstein weiß sofort, was das bedeutet: Das Ende seiner Familie in Deutschland, das Ende eines der führendenden Medienkonzerne in Europa.

So wird sich Hermann, jüngster Sohn von Ullsteinverlagsgründer Leopold Ullstein, in seinen Memoiren an jenes schicksalhafte Jahr erinnern. Bereits 1934 wird der Ullsteinverlag von den Nationalsozialisten enteignet, die jüdische Verlegerfamilie wird zur Emigration gedrängt. Ab 1937 wird Ullstein als nunmehr «Deutscher Verlag» dem Zentralverlag der NSDAP zugeschlagen. Die verlagseigene Druckerei, 1927 als Ullsteinhaus im Berliner Bezirk Tempelhof am Teltowkanal errichtet, heißt ab jetzt «Deutsches Haus». Das mit seinem 77 Meter hohen Uhrenturm weithin sichtbare rot-braune Backsteingebäude im expressionistischen Stil, d...


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