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Digitalisierung dumm gelaufen

Mit einer Zukunftsstrategie will Rot-Rot nun endlich für schnelles Internet sorgen

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 3 Min.

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Es könnten auf dem Lande jede Menge Jobs entstehen, wenn nicht »mit dem Klingeldraht Morsezeichen vom Dorf in die Stadt geschickt« werden müssten. Cornelia Weltzien vom Agrarforschungsinstitut ATB weiß ganz genau, dass in Brandenburg schnelle Internetverbindungen flächendeckend benötigt werden. Sie gehört zum neunköpfigen Digitalbeirat der Landesregierung. Ihrer Ansicht nach ist es unerlässlich, dass die digitale Infrastruktur »unabhängig von wirtschaftlichen Interessen« durch die öffentliche Hand und durch öffentlich-private Partnerschaften in die Fläche getragen wird.

Digitalkoordinator Thomas Kralinski ist zuversichtlich, dass sich die Situation in den kommenden Jahren spürbar verbessert. Am Geld werde es nicht mehr scheitern. Schließlich sollen 450 Millionen Euro in die Digitalisierung investiert werden. Ein großer Teil der Summe soll für moderne Breitbandkabel verwendet werden. »Es muss jetzt nur noch gebuddelt werden«, sagt Kralinski. Am Dienstag verabschiedete das rot-rote Kabinett eine umfängliche Digitalstrategie mit mehr als 200 Maßnahmen, die kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden sollen. Teilweise sind Dinge auch schon angeschoben.

Smartphones sind zehn Jahre nach ihrer Markteinführung nicht mehr wegzudenken. Doch was nützen diese Mobiltelefone mit ihren zahlreichen Anwendungen wie Routenplaner und Fahrplanauskunft, wenn sie kein Netz haben? Staatssekretär Kralinski verspricht forsch Breitbandanbindungen und schnelles mobiles Internet ohne weiße Flecken. Doch das hat die Politik schon oft getan, und es muss noch immer darum gerungen werden. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben am Dienstag die Sorge äußerte, die Präsentation der Digitalstrategie werde »nicht viel mehr als eine PR-Show« sein. Aber als Senftlebens CDU noch mitregierte, war es keineswegs besser.

In Estland sieht das ganz anders aus. Dieser Staat gilt als digitales Musterland. Estland sei klein und »die Russen« seien erst seit Anfang der 1990er Jahre dort weg, aber das treffe auf Brandenburg genauso zu, sagt Sven Slazenger, Geschäftsführer des IT-Unternehmens Interlake GmbH. Auch er sitzt im Digitalbeirat und erklärt sich den Rückstand der Bundesrepublik mit überbordender Bürokratie.

Dabei könnte durch Digitalisierung jede Menge Papierkram wegfallen. Ein Autokennzeichen und eine Baugenehmigung könnte der Bürger auch online beantragen, ebenso Elterngeld. Bis 2022 möchte das Land Brandenburg sämtliche Verwaltungsdienstleistungen digitalisiert haben.

Helfen kann die moderne Technik auch in der Landwirtschaft. In den zurückliegenden 100 Jahren seien die Hektarerträge verdoppelt worden, sagt Agrarwissenschaftlerin Weltzien. Erreicht worden sei dies durch die Züchtung von Sorten und den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Nun flache der Fortschritt ab, der sich dadurch noch erreichen lasse. Doch mit Sensor- und Analysetechnik lasse sich dank Digitalisierung herausfinden, welche Böden welches Potenzial haben.

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