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  • Politik
  • Weihnachtsmarkt in Straßburg

Anschlag fordert drei Todesopfer

Französische Polizei fahndet nach Angreifer / Höchste Terrorwarnstufe ausgerufen

  • Lesedauer: 3 Min.

Straßburg. Nach der Attacke auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt mit mindestens drei Toten suchen die Behörden fieberhaft nach dem flüchtigen Täter. An der Fahndung sind 350 Sicherheitskräfte beteiligt, wie Innenminister Christophe Castaner in der Nacht auf Mittwoch erklärte. Außerdem rief die Regierung die höchste Terrorwarnstufe aus. Ermittler haben inzwischen vier Menschen aus dem Umfeld des Tatverdächtigen Chérif C. in Gewahrsam genommen.

An der Suche nach dem 29-Jährigen waren nach Castaners Angaben unter anderem 100 Mitarbeiter der Kriminalpolizei, Spezialeinheiten und Soldaten beteiligt. Unterstützt wurde die Fahndung durch zwei Hubschrauber. Außerdem wurden weitere Kräfte nach Straßburg geschickt. Die Bundespolizei in Baden-Württemberg kontrollierte den Grenzverkehr.

Derweil wurden weitere Angaben zu dem polizeibekannten Gefährder bekannt, der in der Vergangenheit auch in Deutschland verurteilt worden war. Der Mann hatte am Dienstagabend an drei Orten in Straßburg Angriffe verübt, wie der aus Paris in die elsässische Stadt geeilte Innenminister Castaner sagte. Er habe dabei drei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt, sechs von ihnen schwer. Bei der Flucht habe sich der Angreifer zwei Mal Schusswechsel mit Sicherheitskräften geliefert. Der Mann soll dabei von Soldaten verletzt worden sein.

Der aus Straßburg stammende Mann sei in der Vergangenheit sowohl in Frankreich als auch in Deutschland verurteilt worden, sagte Castaner. Seine Strafen habe er abgesessen. Er hätte aber nach Angaben aus informierten Kreisen am Dienstagmorgen wegen anderer Vorwürfe - nach unterschiedlichen Angaben wegen bewaffneten Raubes oder im Zuge von Ermittlungen wegen versuchten Mordes - festgenommen werden sollen. Er wurde aber nicht in seiner Wohnung angetroffen. Bei der Durchsuchung der Wohnung am Dienstagmorgen sollen Stunden vor den Schüssen im Stadtzentrum Granaten gefunden worden sein.

Die Sicherheitsbehörden hatten den Angreifer zudem als Gefährder eingestuft. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete am Dienstagabend Ermittlungen wegen des Verdachts auf »Mord und Mordversuch im Zusammenhang mit einer terroristischen Unternehmung« und wegen »Bildung einer kriminellen terroristischen Vereinigung« ein.

Die französische Regierung rief die höchste Terrorwarnstufe aus, wie Innenminister Castaner weiter erklärte. Bislang galt in Frankreich die zweithöchste Stufe. Auf allen französischen Weihnachtsmärkten würden die Sicherheitskontrollen verschärft, um Nachahmungstaten zu verhindern, so Castaner. Auch die Grenzkontrollen sollen verstärkt werden. Außerdem würden die Soldatenpatrouillen in Frankreich ausgeweitet.

Frankreich ist in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel islamistischer Anschläge geworden. Seit Anfang 2015 wurden dabei mehr als 240 Menschen getötet. Zusammen mit dem Weihnachtsmarkt in Dresden zählt der Straßburger Weihnachtsmarkt zu den ältesten Europas. Der »Christkindelsmärik« wurde 1570 erstmals erwähnt. Er sollte schon einmal Ziel eines Attentats sein: Im Jahr 2000 wurde ein geplanter Sprengstoffanschlag einer algerischen Gruppe rechtzeitig verhindert. Agenturen/nd

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