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Sarrazins Hirngespinste

Christian Klemm über den möglichen Rausschmiss des SPD-Politikers

  • Von Christian Klemm
  • Lesedauer: 1 Min.

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Thilo Sarrazin ist knallhart auf AfD-Linie. Er machte sich nicht nur als Islamhasser einen Namen, sondern versuchte sich bereits als Hobby-Eugeniker, Euro-Kritiker und als Retter der Meinungsfreiheit. Halbnazi Björn Höcke lässt grüßen. Damit hat Sarrazin seiner Partei, der SPD, sicherlich geschadet. Dass die Genossen versuchen, ihn zum wiederholten Male aus der Partei zu kanten, ist deshalb nur folgerichtig. Doch Sarrazin hat die SPD bereits in Misskredit gebracht, als von der AfD noch nichts zu sehen war - und zwar nicht mit rassistischen, sondern mit sozialpolitischen Thesen.

Vor allem Langzeitarbeitslose kann Sarrazin nicht leiden. 2008 hat er als Berliner Finanzsenator Hartz-IV-Betroffenen Tipps gegeben, wie sie sich für weniger als vier Euro am Tag satt essen können. Wenig später warf er ihnen vor, sie regulierten »die Temperatur mit dem Fenster«. Das Sozialsystem müsse laut Sarrazins Hirngespinsten so geändert werden, dass man durch Kinder seinen Lebensstandard nicht verbessern könne. Und die Rentenerhöhung von 2009 hielt er für »völlig unsinnig« - es ging um eine Anhebung um 2,41 (Westen) und 3,38 Prozent (Osten).

Wegen dieser Tiraden ist niemand in der SPD auf die Idee gekommen, Sarrazin aus der Partei zu schmeißen. Vielleicht, weil nicht wenige seiner Parteifreunde über Arbeitslose so denken, wie er über sie spricht?

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