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Politisch gewollte Sackgasse

Alina Leimbach findet, dass Minijobs weg müssen

  • Lesedauer: 1 Min.

Wirtschaft ankurbeln! Unbürokratischer Zuverdienst! Berufseinstieg für Geringqualifizierte! Geil! So lässt sich in etwa die Euphorie für die Minijobs unter Gerhard Schröder 2003 charakterisieren. Steuerlich wurden diese geringfügigen Beschäftigungen seither enorm begünstigt. Wer Minijobber einstellt, zahlt nur einen Pauschalbetrag an Sozialabgaben und Steuern. Auch für die Beschäftigten ist die Gleichung vermeintlich einfach: 450 Euro sind 450 Euro. Selbst von der Rentenversicherungspflicht kann man sich befreien lassen. Kein Wunder, dass sich die Minis weiterhin enormer Beliebtheit erfreuen. 7,6 Millionen Menschen arbeiteten Ende März 2018 in Minijobs, fast so viele wie vor der Einführung des Mindestlohns.

Das Problem: Eine größer werdende Zahl an Studien deutet daraufhin, dass der Mini die Sackgasse bleibt. Beruflicher Aufstieg? Unmöglich. Stattdessen winkt die Minijobfalle. Die Konsequenz muss heißen: Weg damit! Genau wie Hartz IV sollten diese Jobs in ihrer heutigen Form auf dem Müllhaufen der Geschichte landen. Der DGB hat dazu ein gutes Modell vorgelegt. Ab dem ersten Euro wäre hier die Nebenbeschäftigung sozialversicherungspflichtig, das Unternehmen zahlt zunächst mehr Abgaben, die mit steigender Stundenzahl sinken. Es kann nicht angehen, dass Sackgassen steuerlich kofinanziert werden.

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