Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Tee für den Geldbeutel

Das Nationalgetränk dient als Einkommensquelle

  • Von Sarah Grieß, INKOTA
  • Lesedauer: 2 Min.

Luong Thanh Hoai blickt zufrieden in die Runde. 20 Männer und Frauen sitzen dicht gedrängt auf dem Fußboden seines Wohnhauses und diskutieren über Tee. Eine dampfende Kanne des vietnamesischen Nationalgetränks steht direkt in ihrer Mitte. Sie alle sind Kleinbauern und Kleinbäuerinnen einer abgelegenen Gemeinde im nördlichen Zentralvietnam und haben erst kürzlich eine Teekooperative gegründet.

Als Angehörige der ethnischen Minderheit der Thai leben die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern nahezu ausschließlich von der Landwirtschaft. »Das Tolle am Tee ist, dass er ein relativ stabiles und krisensicheres Einkommen verspricht«, meint Hoai. Nach Pflanzung der Setzlinge vergehen zwar drei Jahre bis zur ersten Ernte, danach aber kann sie alle drei Monate erfolgen.

»Bislang kamen zur Tee-Ernte Händler in unser Dorf und haben die Blätter dann in eine weiter entfernt gelegene Teefabrik gebracht.« Aufgrund des hohen Zeitdrucks und mangels Alternativen konnten die Händler die Preise weit nach unten drücken. Umgerechnet erzielten die Bauern so nur zwischen 13 und 16 Cent pro Kilo - zu wenig etwa um am Ende des Tages eine Familie zu ernähren.

Das wollen Hoai und seine MitstreiterInnen nun ändern. Hoch motiviert beugen sie sich über ein riesiges Blatt Papier, das sie in der Mitte des Raumes ausgelegt haben. Darauf skizziert Truong Quoc Long - Mitarbeiter der vietnamesischen Nichtregierungsorganisation CHIASE - was sie benötigen, um eine Maschine zur Weiterverarbeitung der Teeblätter zu bauen.

Als Truong Quoc Long schließlich die Versammlung der Teekooperative verlässt, um in sein nahe gelegenes Heimatdorf zu fahren, ist der Tee ausgetrunken und das Blatt mit Notizen übersät. Die nächsten Schritte sind klar. Jeder weiß, wofür er oder sie verantwortlich ist. Zum Beweis wird das Ergebnis des Tages dann an die Wand des Wohnhauses geheftet. Damit wird für alle sichtbar: Mit der Maschine zur Weiterverarbeitung der Teeblätter wollen sich die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern von Ban Muong aus eigener Kraft von der Armut befreien. SIE wollen das. Und deshalb stehen die Chancen gut.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln