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Rinder pflegen die Landschaft

Weidemanagement trägt in Simbabwe Früchte

  • Von Stephan Dombrowski, Weltfriedensdienst
  • Lesedauer: 2 Min.

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Mai Bofu steht mit Nachbarn am Pferch ihrer prächtigen Rinderherde. Um sie herum wogt das Gras üppig im Wind. Heute müssen die Rinder auf den Weidegang warten. Sie werden mit der Hilfe eines Tierarztes und zweier Polizisten markiert und registriert. Stolz zeichnet sich in den Gesichtern der umstehenden Kleinbäuerinnen und -bauern ab. Gemeinsam haben sie in Changazi, einer trockenen Region von Chimanimani in Simbabwe, viel erreicht.

Noch vor wenigen Jahren sah es hier ganz anders aus. Es war diese Region, die einen Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums zu der Aussage veranlasste: »In 20 Jahren wird niemand mehr hier leben.« Geeignetes Weideland war rar. Die Rinder beanspruchten die dünne, krautige Pflanzendecke zu stark. Die Folge waren Bodendegradation und erbitterter Streit in der Nachbarschaft. Der Grundwasserspiegel sank. Die Quellen versiegten. Flüsse fielen monatelang trocken.

Schließlich setzten sich Kleinbäuerinnen und -bauern wie Mai Bofu mit der Organisation TSURO zusammen. Gemeinsam entwickelten sie ein Konzept für nachhaltiges Weidemanagement, um gegen die Überweidung und den permanenten Wassermangel vorzugehen. Seit 2011 arbeitet TSURO nun mit der Unterstützung des Weltfriedensdienstes an der Umsetzung des Konzeptes. Die Familien legten ihre zwei oder drei Rinder zu einer gemeinsamen Herde zusammen. Mittlerweile zählt die Herde 630 Tiere und 62 Kälber.

Trotz der schweren Dürrezeit von 2013 bis 2016 haben mehrere Quellen wieder ganzjährig Wasser geführt. Der Erlös aus dem Verkauf von Rindern ermöglicht den meist sehr armen Familien ein stabiles Einkommen. Sie können Lebensmittel kaufen und Schulgebühren bezahlen. Die kollektive Weidehaltung macht nicht nur die Frauen unabhängiger von patriarchalen Strukturen, sondern führt auch zu weitreichenden ökologischen Veränderungen. Die Rinder sind von Zerstörern der Böden zu regelrechten Landschaftspflegern geworden.

2019 wollen die Viehhalter*innen von Changazi gezielt die Vermarktung ihrer gewachsenen Herde angehen - die Soliaktion hilft dabei.

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