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Ein breites Bündnis der Solidarität

Zahlreiche Dorfgruppen teilen und nutzen die natürlichen Ressourcen zum Vorteil aller

  • Von Julika Botschek, Weltfriedensdienst
  • Lesedauer: 3 Min.

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Baumschule: Setzlinge für den Schutz der Wassereinzugsgebiete.
Baumschule: Setzlinge für den Schutz der Wassereinzugsgebiete.

»Früher gab es hier regelrechte Sturzfluten. Der Regen strömte einfach den Berg hinunter und spülte den Boden fort. Unsere Felder und Gehöfte standen tagelang unter Wasser«, erinnert sich Mai Anokosha aus Gwindingwe, einer Kommune im Chimaninmani-Distrikt in Simbabwe. »Doch heute versickert der Regen wieder und füllt jetzt unsere Grundwasserspeicher auf. Die Quellen unserer Flüsse führen wieder ganzjährig Wasser.« Ein Grund dafür: Mai Anokosha hat mit ihrer Gruppe die Erosionsrinnen am Hang durch kleine Dämme und Terrassen und durch die Pflanzung von Gräsern und Büschen wiederhergestellt. So sorgen die Bewohner*innen der Dörfer selbst dafür, dass kostbares Regenwasser und Böden nachhaltig genutzt werden können.

Bäuerin beim Anlegen eines Wassergrabens.
Bäuerin beim Anlegen eines Wassergrabens.

Die Gruppe von Mai Anokosha ist eine von zahlreichen Dorfgruppen, die sich in den vergangenen Jahren in den Dörfern des Chimanimani-Distrikts gegründet haben. Unterstützt und begleitet hat sie dabei die Kleinbauernorganisation TSURO. Die Gruppen bestehen aus etwa 20 Mitgliedern. Diese sind von ihren Kommunen demokratisch gewählt und mit dem Mandat versehen, konkrete Aktivitäten für den Umweltschutz zu planen und mit der Gemeinde umzusetzen. In den Gruppen repräsentiert werden Frauen, Jugendliche, Alte, traditionelle und religiöse Führer. Ihr Grundsatz: Teilen und Nutzen der natürlichen Ressourcen zum Vorteil aller Mitglieder der Gemeinde.

Hühnerprojekt zur Einkommensverbesserung von Frauen.
Hühnerprojekt zur Einkommensverbesserung von Frauen.

Gwindingwe ist eines der wichtigsten Wassereinzugsgebiete des Distrikts. Klimatisch ist die Region eigentlich begünstigt. Sechs Flüsse entspringen hier. Doch um die Jahrtausendwende verschoben sich Zeitpunkt und Menge der Regenfälle. Es kam zu Dürren. Das gekaufte Hybridsaatgut brachte keine guten Erträge mehr. Quellen versiegten und der Dorfgemeinschaft ging das Wasser aus. Durch TSURO lernten die Dorfbewohner*innen ökologische Zusammenhänge wie Wasserkreisläufe verstehen und fertigten Karten von der Umgebung ihrer Dörfer an. Sie markierten darauf ausgetrocknete und noch Wasser führende Quellen und erforschten die Ursachen für das Versiegen des Wassers. Oft fanden sie simple Erklärungen. So ersetzten die Dorfgruppen stark wasserziehende Bäume wie Eukalyptus in unmittelbarer Nähe der Quellen und entlang von Bachläufen mit heimischen Pflanzen wie Bananen, die Grundwasser mit ihrem Wurzelwerk nahe der Oberfläche halten.

Um ihre Anbaumethoden robuster gegen den Klimawandel zu machen, erhielten die Dorfgruppen von TSURO landwirtschaftliche Trainings. Sie lernten, wie man Wasser »erntet«, welche Pflanzen sich gegenseitig im Wachstum unterstützen und besser mit Trockenheit zurecht zu kommen. Mit lokalen TSURO-Saatgutgruppen tauschten sie sich über geeignetes Saatgut aus. Für junge Mädchen haben sie ein Projekt zur Ziegenhaltung begonnen, das für die Mädchen ein eigenes kleines Einkommen und damit größere Selbstständigkeit bedeutet. TSURO begleitet die Gruppen im Lernprozess, unterstützt Kleinbäuerinnen und -bauern bei der Einrichtung von Vorführfeldern und bietet Fortbildungen, Austauschbesuche und Dorfwettbewerbe an. Oft entwickeln die TSURO-Gruppen dabei konkrete Maßnahmen, die zu Erfolgsmodellen werden, wie kleine Bewässerungsprojekte, gemeinschaftliche Geflügelhaltung oder Gemeinschaftsgärten. Alle sind in die Planung und Umsetzung involviert.

Weit über 14 000 Haushalte im Distrikt setzen solche verbesserten Anbaumethoden um. Ressourcenschutz ist in Chimanimani eine Gemeinschaftsaufgabe. Alle arbeiten gemeinsam daran, die Umwelt zu schützen und das Überleben aller zu sichern. Unterstützen Sie TSURO dabei, dass Mai Anokosha und die TSURO-Dorfgruppen ihr Wissen mit anderen Dörfern teilen und kostbares Regenwasser auch künftig nachhaltig genutzt wird.

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