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Free Billy 2

Der rechte Reporter »Billy Six« sitzt in Venezuela im Gefängnis / Deniz Yücel und Reporter ohne Grenzen fordern seine Freilassung

  • Von Nelli Tügel
  • Lesedauer: 2 Min.

»Die Freiheit des Wortes gilt oder gilt nicht. Sie ist unteilbar. Darum selbstverständlich: FreeBilly.« Diese auf Twitter geäußerten Worte des »Welt«-Reporters Deniz Yücel rangen so einigen Rechten Respekt ab. Sie selbst hatten, als Yücel ein Jahr in türkischer Untersuchungshaft saß, den Deutschtürken mit Hass und Häme überschüttet und ihm nicht selten eine lange Haft gewünscht. Nun setzt sich Yücel, wie auch Reporter Ohne Grenzen (ROG), für einen der ihren ein: Billy Six, seit Heiligabend 32 Jahre jung.

Der in Ostberlin geborene freie Journalist sitzt in der venezolanischen Hauptstadt Caracas im Knast »El Helicoide«, schon am 17. November war er in Punto Fijo verhaftet worden. Six, der als Freier unter anderem für die rechte Wochenzeitung »Junge Freiheit« schreibt, hielt sich zu Recherchezwecken in dem Land auf. Er ist offenbar am Dengue-Fieber erkrankt - und ihm drohen ROG zufolge 28 Jahre Haft.

Der Vorwurf lautet auf Spionage, Rebellion und die Verletzung von Sicherheitszonen. So soll sich Six für eine Reportage mit Rebellen der Überreste der FARC-Guerilla getroffen und außerdem Fotos von Präsident Nicolás Maduro geschossen haben. ROG-Geschäftsführer Christian Mihr nennt diese Vorwürfe hanebüchen. Sie seien »ein deutliches Zeichen dafür, dass Billy Six aufgrund seiner journalistischen Tätigkeit in Haft sitzt«.

Es ist indes nicht die erste Hafterfahrung für Six. Von Dezember 2012 bis März 2013 saß der ehemalige Finanzberater in einem Damaszener Gefängnis ein. Damals erregte er etwas Aufmerksamkeit, vorher war der Name - kein Künstlername und echt deutsch - unbekannt.

2015 schickte die »Junge Freiheit« Six auf die Balkanroute. Er lieferte das, was die Rechten bestätigt wissen wollten. Migranten, die in die Kamera sagten, dass sie sich in Deutschland Arbeit und Geld erhofften beispielsweise. Die Zeitung verkaufte diese Zusammenschnitte als große investigativjournalistische Leistung. Ende 2016 dann ging Six erneut auf Fußwanderung, diesmal beim »March for Aleppo«. Dort allerdings wurde er nach einiger Zeit gebeten zu gehen.

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