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Fahrkarten bitte!

Andreas Fritsche wünscht sich Tickets statt Haft für Schwarzfahrer

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die Ersatzhaft für Schwarzfahrer und Ladendiebe, die ihre Geldstrafe nicht bezahlen konnten, ist ungerecht und unnötig. Die Bundesländer verschwenden dafür Unsummen, denn Gefängnisse sind teuer. Dagegen kosten Geldstrafen und Sozialstunden den Staat gar nichts oder nur wenig.

Die Erfahrung lehrt: Wer nur zu geizig war, Fahrscheine zu lösen, der bezahlt seine Strafe. Wer arm ist, kann das nicht und muss ins Gefängnis. Ein einziger Tag in einer Berliner Justizvollzugsanstalt kostet deutlich mehr als eine Monatskarte für Bus und Bahn. Es wäre also billiger, diesen Menschen eine Monatskarte zu spendieren. Dabei ist noch nicht einmal mitgerechnet, dass Häftlinge im Gefängnis selten gebessert werden, sie anschließend große Probleme bekommen, einen Arbeitsplatz zu finden und sich ihren Lebensunterhalt ehrlich zu verdienen. In der Regel treffen sie dort schier unverbesserliche Straftäter, die sie auf dumme Gedanken bringen. Das ist ein zusätzliches Argument für einen generell kostenlosen Nahverkehr.

Konsequent zu Ende gedacht, könnte auf Gefängnisse weitgehend verzichtet werden. Viele Kriminelle könnten Hausarrest erhalten, der über elektronische Fußfesseln zu kontrollieren wäre. Nur für gemeingefährliche Schwerverbrecher wäre eine klassische Haft unvermeidlich. Doch das ist leider eine Utopie in einer Zeit, in der sich eine Mehrheit der Bevölkerung eher schärfere als mildere Strafen wünscht.

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