Werbung

Krokodilstränen

Personalie

  • Von Aert van Riel
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Als Spitzenkandidatin hat Katrin Göring-Eckardt alle Ziele verfehlt. Sie wollte mit den Grünen ein zweistelliges Ergebnis erreichen, drittstärkste Kraft im Bundestag werden und ihre Partei in die Regierung führen. Nun sind die Grünen mit 8,9 Prozent der Wählerstimmen und 67 Parlamentssitzen wieder einmal die kleinste Oppositionspartei im Bundestag. Ähnlich enttäuschend schnitt die Partei im Jahr 2013 ab. Auch damals hieß die Spitzenkandidatin Göring-Eckardt.

Konsequenzen musste die gebürtige Thüringerin trotzdem nie fürchten. Intern konnte sie sich stets auf ihre Unterstützer verlassen. Sie wurde in den vergangenen Jahren als Fraktionsvorsitzende bestätigt. Eine weitere Spitzenkandidatur strebt die 52-Jährige aber nicht an. »Beim nächsten Mal machen das andere«, sagte Göring-Eckardt nun den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wen sie damit meint, ist nicht schwer zu erraten. In der Partei werden derzeit die seit bald einem Jahr amtierenden Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck bejubelt. Die Grünen stehen in bundesweiten Umfragen mittlerweile bei 19 bis 20 Prozent. Auch die Landtagswahlen 2018 in Bayern und Hessen verliefen für die Partei sehr zufriedenstellend.

Vermutlich war es für die Grünen bei den vergangenen Bundestagswahlen ein Nachteil, dass ihre Spitzenkandidaten - Göring-Eckardt bildete das Duo zuerst mit Jürgen Trittin und später mit Cem Özdemir - mit der rot-grünen Regierungszeit in Verbindung gebracht wurden. Damals sorgte Göring-Eckardt als Fraktionschefin dafür, dass die internen Kritiker an Sozialabbau und Agenda 2010 auf Linie gebracht wurden. Als Oppositionspolitikerin war sie in den Folgejahren kaum wiederzuerkennen. Die frühere Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland vergoss so manche Krokodilsträne wegen steigender Kinderarmut und wachsender sozialer Ungleichheit. Andere Grüne können die Rolle der »Mutter Teresa«, wie Trittin seine Parteikollegin einmal ironisch genannt hatte, sicherlich glaubwürdiger spielen als Göring-Eckardt.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!