Im Paradies falscher Vögel

Unzeitgemäße Anmerkungen zu einer Medien-Debatte

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Gottfried Benn hat über den »Spiegel« bereits alles gesagt: »Revolverblatt, aber unterhaltlich«. Das war Anfang der 1950er Jahre, aber daran hat sich inzwischen wohl nichts geändert, auch wenn inzwischen die Kampagne »Spiegel-Leser wissen mehr« durchs Land rollte. Oder war das die »Bild«-Zeitung? Egal.

Der »Spiegel« bestätigt erfolgreich die bundesdeutsche Mehrheitsbefindlichkeit: ein bisschen Tatort, aber man selbst immer auf der richtigen Seite und mit keineswegs verheimlichter Dauerüberweisung für die Welthungerhilfe, natürlich auch mit einem Patenkind in Afrika. Das haben doch inzwischen alle Besserverdienenden, denen das Gewissen schlägt. Die kleine heile Welt mitsamt der unerschrockenen Reporter vom »Spiegel«, die einst gegen Stasi-Seilschaften und heute gegen Donald Trump zu Felde ziehen. Mediale Ritter des Guten.

Die Selbstzufriedenheit ist im Moment jedoch etwas gestört. Aber man arbeitet an ihrer Wiederherstellung. Schuld an ...


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