Werbung

Fünfter Protestsamstag in Belgrad

Tausende Serben protestieren gegen Präsident Vucic / Präsident sagt plötzlich er sei bereit, »mit den Menschen zu reden«

  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Belgrad. In der serbischen Hauptstadt Belgrad sind erneut tausende Menschen gegen Präsident Aleksander Vucic auf die Straße gegangen. Die Teilnehmer der fünften Proteste an einem Samstag in Folge kritisierten den ihrer Ansicht nach zunehmend autoritären Regierungsstil des Präsidenten. Zudem forderten sie den Rücktritt des Chefs des öffentlichen Dienstes in Serbien.

»Serbien erhebt sich allmählich, ganze Städte erheben sich«, sagte der Schauspieler Branislav Trifunovic vor dem Demonstranten laut einem Bericht des privaten Fernsehsenders N1. »Wir werden immer mehr.« Trifunovic ist einer der Anführer der Protestbewegung.

Wie bei den vorangegangenen Kundgebungen liefen die Teilnehmer hinter einem großen Banner mit der Aufschrift »Einer von fünf Millionen« durch die Straßen von Belgrad. Die Aufschrift bezieht sich auf eine frühere Äußerung des Präsidenten, er würde den Forderungen der Opposition selbst dann nicht nachgeben, wenn fünf Millionen Menschen demonstrierten.

Der Demonstrationszug hielt vor dem Sitz des öffentlichen Rundfunks, wo Kerzen angezündet wurden, wie die serbische Nachrichtenagentur Beta berichtete. Die Opposition wirft der Regierung vor, die Medien und die Zivilgesellschaft mundtot machen zu wollen. Anschließend zogen die Demonstranten weiter vor den Amtssitz des Präsidenten. Dort riefen sie laut Beta »Vucic, Dieb«.

Auch in anderen Städten Serbiens gab es Proteste. Mehrere hundert Menschen gingen in Kragujevac und und rund 50 Menschen in Novi Sad auf die Straße.

Vucic bezichtigte die Opposition am Samstag, mithilfe der Proteste nach der Macht zu greifen. Dennoch zeigte er sich bereit, »mit den Menschen zu reden«. Gespräche mit »Dieben« und »politischen Betrügern« schloss er jedoch aus. Mit dieser Äußerung bezog er sich auf die serbische Opposition.

Die Proteste hatten unter dem dem Motto »Stoppt die blutigen Hemden« nach der brutalen Attacke gegen den Oppositionspolitiker Borko Stefanovic die Proteste begonnen: Maskierte Schläger hatten den Chef der »Linken Serbiens« Ende November vor einer Kundgebung in der Provinzstadt Krusevac aufgelauert und ihn mit Metallstangen krankenhausreif geprügelt. Die Demonstrationen, die am 8. Dezember begonnen hatten, sind die ersten bedeutenden Proteste seit dem Frühjahr 2017, als nach dem Wahlsieg von Vucic tausende zumeist junge Serben auf die Straße gegangen waren. AFP/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen