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Jetzt kann es losgehen

WM-Generalprobe geglückt: 28:13 siegen die deutschen Handballer gegen Argentinien

  • Von Michael Wilkening, Kiel
  • Lesedauer: 3 Min.

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Die wichtigste Erkenntnis gab es am Sonntag nicht auf dem Spielfeld der Ostseehalle in Kiel und auch nicht in den Äußerungen der Protagonisten danach. Die Botschaft des Tages versendete der Deutsche Handballbund (DHB) dreieinhalb Stunden vor Spielbeginn in einer knapp gehaltenen Mitteilung. Der Inhalt: Tim Suton (TBV Lemgo) und Tobias Reichmann (MT Melsungen) wurden aus dem Kader der Mannschaft gestrichen, die ab Donnerstag in Berlin eine Handball-Euphorie entfachen soll. Bundestrainer Christian Prokop bestritt den finalen Test gegen Argentinien (28:13) schon mit dem endgültigen 16-köpfigen Aufgebot.

Prokop hatte für sich Lehren aus der Situation vor einem Jahr gezogen, als die deutsche Mannschaft die Generalprobe vor der EM mit 20 Spielern bestritt und er nach dem Spiel in der Kabine vier Akteuren erklärte, zum Turnierstart nicht dabei zu sein. Nicht nur die Streichung von Abwehrchef Finn Lemke hatte damals für Verwirrung gesorgt, sondern auch Prokops Vorgehensweise.

»Das ist immer bitter, wenn zwei Leute gehen müssen, die in der Vorbereitung dabei war, aber so ist das eben im Sport«, sagte Hendrik Pekeler. Der Kieler Kreisläufer ist sicher, dass es ruhig bleibt: »Wir haben uns als Mannschaft zusammengesetzt und das bereits besprochen.«

Während die Streichung des jungen Suton erwartet worden war, überraschte der Verzicht von Reichmann, der beim EM-Titelgewinn vor drei Jahren noch zu den Leistungsträgern zählte. »Es war überraschend, dass ein Rechtsaußen gestrichen wurde«, sagte Pekeler. Er konnte die Enttäuschung des Kollegen verstehen, der schon am Sonntag nicht mehr in der Halle war. »Es ist normal und nachvollziehbar, dass Tobi frustriert ist, aber vielleicht brauchen wir ihn im Turnierverlauf noch.«

Es ist - wie von Pekeler prognostiziert - nicht zu erwarten, dass der Entschluss mit drei Linkshändern im Rückraum ins Turnier zu gehen und dafür mit dem Rhein-Neckar Löwen Patrick Groetzki nur auf einen Rechtsaußen zu vertrauen, eine ähnliche interne Erschütterung auslöst wie das Aussortieren von Lemke vor einem Jahr. Mittlerweile ist die Vertrauensbasis der Spieler zum Bundestrainer etwas stabiler, außerdem besitzt Reichmann nicht die gleiche Stellung in der Teamhierarchie wie Lemke.

Den finalen Nominierungsdruck und große Diskussionen gab es im Kieler Handballtempel also nicht mehr, so dass sich die Fans darauf konzentrieren konnten, WM-Atmosphäre aufzubauen und die Spieler den Fokus neben der Verfeinerung des eigenen Spiels darauf richteten, eben die Vorfreude auf das Turnier im eigenen Land von den Tribünen in sich aufzusaugen. Und darum muss es ja schließlich bei Generalproben in erster Linie gehen - um ein gutes Gefühl vor dem Großereignis. Werden entscheidende sportliche Erkenntnisse benötigt, ist im Vorfeld schon zu viel falsch gelaufen.

Auf dem Feld zeigte die DHB-Auswahl vor der Pause genau das, was ihr ohnehin zugeschrieben wird. In der Abwehr waren Finn Lemke, Hendrik Pekeler und die Kollegen nur schwer zu überwinden, vorne taten sich die Deutschen hingegen schwer, so dass ein Halbzeitergebnis von 9:6 folgerichtig war. In der zweiten Hälfte gab es mehr Durchschlagskraft in der Offensive, so dass sich das Team auf dem Weg zum ungefährdeten 28:13-Erfolg Rückenwind für den WM-Auftakt gegen Korea holte.

Mit der Vergabe der Partie in die Heimat des Rekordmeisters THW Kiel bewiesen die Verantwortlichen beim DHB ein gutes Gespür, denn die 9473 Zuschauer in der Ostseehalle gaben einen Vorgeschmack auf die Stimmung, die ab Donnerstag in Berlin herrschen dürfte. Beim Einmarsch der deutschen Mannschaft herrschte ohrenbetäubender Lärm, das Kribbeln bei den Spielern mit den weißen Trikots hatte längst begonnen. »Jetzt kann es losgehen«, sagte Rechtsaußen Patrick Groetzki.

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