Werbung

Private Pflegedienste hoffen auf Einwanderungsgesetz

Nachfrage nach professioneller Pflege immens gestiegen

  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Erfurt. Private Pflegedienste in Thüringen sehen die Bekämpfung des Fachkräftemangels als wichtigstes Thema in ihrer Branche für 2019. »Wir haben eine immens gestiegene Nachfrage nach professioneller Pflege. Krankenschwestern und Altenpfleger werden gesucht wie die Nadel im Heuhaufen«, sagte Margit Benkenstein, Thüringer Landesvorsitzende des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) der Deutschen Presse-Agentur. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes waren 115.620 Menschen in Thüringen zum Ende des Jahres 2017 pflegebedürftig.

Der bpa vertritt in Thüringen etwa 250 Einrichtungen. Der Verband will den Fachkräftemangel in der Pflege auch bei seinem Neujahrsempfang am Donnerstag in Erfurt thematisieren.

Laut Benkenstein existieren in der ambulanten Pflege bereits Wartelisten. »Betroffene müssen teils ein oder zwei Monate warten, bis ein Platz frei wird«, sagte sie. Grund sei der Personalmangel. Nach ihrer Einschätzung hoffen viele Pflegebetriebe auf ein Einwanderungsgesetz, damit Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern einfacher nach Deutschland kommen und hier arbeiten könnten.

Zu den Herausforderungen für ambulante und stationäre Pflegedienste gehöre aber auch die Umstellung der Ausbildung in Pflegeberufen, sagte Benkenstein. Ab 2020 soll sich die Ausbildung für Kranken-, Kinderkranken- und Altenpfleger ändern. Zunächst werden die Auszubildenden zwei Jahre lang gemeinsam ausgebildet, können aber einen Vertiefungsbereich wählen. Im dritten Lehrjahr dann sollen sie sich entscheiden können, ob sie sich spezialisieren - zum Beispiel auf Altenpflege - oder die generalistische Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann abschließen.

Im Zuge der Umstellung könnten Kooperationen zwischen Fachschulen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern neu geregelt werden. »Wir werden darauf achten, dass die Umsetzung der Reform nicht dazu führt, dass die Pflegebetriebe weniger ausbilden - zum Beispiel wegen zu großer bürokratischer Hürden«, sagte Thomas Engemann, Landesbeauftragter des bpa in Thüringen.

Außerdem wolle sich sein Verband dafür einsetzen, dass alle 30 Fachschulen in Thüringen erhalten bleiben, an denen Altenpfleger ausgebildet werden. »Nicht alle der jungen Menschen, die eine solche Ausbildung beginnen, haben einen Führerschein. Deshalb ist es wichtig, dass die Fachschulen in Wohnortnähe bleiben«, sagte Engemann. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!