Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Neuanfang in Kongo ist fraglich

Martin Ling über den umstrittenen Wahlsieg von Felix Tshisekedi

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 2 Min.

Die Ära Kabila ist in der Demokratischen Republik Kongo vorbei: Emmanuel Ramazani Shadary, der Kandidat des seit 2001 in Kongo herrschenden Präsidenten Joseph Kabila, hat die Präsidentschaftswahl definitiv nicht gewonnen. Damit ist der Plan A von Kabila - »Weiter so unter anderem Namen« - gescheitert.

Ob Joseph Kabilas Plan B aufgeht, über einen Deal mit dem von der Wahlkommission zum vorläufigen Wahlsieger erklärten Félix Tshisekedi seine eigenen Pfründe auch in der Nach-Kabila-Ära zu sichern, ist eine zentrale Frage für den Fortgang der Entwicklung in der DR Kongo. Dass es zwischen den Parteien Kabilas und Tshisekedis kurz vor der Ergebnisbekanntgabe ein Treffen gab, wird nicht dementiert, über den Inhalt selbstverständlich Stillschweigen gewahrt.

Den Plan B durchkreuzen kann immer noch Martin Fayulu, der von »einem wahren Wahlputsch« sprach. Das allein wird ihm nicht helfen, aber dass die einflussreiche katholische Kirche unter Berufung auf ihre 40.000 freiwilligen Wahlbeobachter Fayulu indirekt zum Sieger erklärt hat, fällt durchaus ins Gewicht.

Dass das Gesamtwahlergebnis ad hoc und nicht Teilergebnisse sukzessive veröffentlicht wurden, trägt zur Glaubwürdigkeit nicht bei. Nur wenn eine unabhängige, neue Auszählung das Ergebnis bestätigt, können diese Wahlen einen Neuanfang einleiten. Sonst ist die Saat für neue gewalttätige Konflikte ausgebracht.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln