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Terror unterm Trichter

Akademietheater Wien: »Glaube Liebe Hoffnung« von Horvath, Regie: Michael Thalheimer

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Geschniegelte Verklemmtheit schickt sehr wesenlose Blicke. Alles so drückend, drohend, dräuend. Ein verhängnisvoll inbrünstiger Geist lastet auf dieser schwarztiefen Bühne. Lieblich zu sein - das versucht hier ausgerechnet jener Ton, der das Gegenteil von Lieblichkeit ist: der Ton der Lüge und der Gewalttätigkeit. Melodiös sind einzig die verbalen Meucheleien, klangbrutal ist einzig jenes Militärische, das jede wärmere Regung exekutiert. Die Volksgemütsstimmung als Treibriemen für Seelenterror.

Michael Thalheimer inszenierte am Akademietheater Wien »Glaube, Liebe, Hoffnung« von Ödön von Horváth (Bühne: Olaf Altmann). Ein Vernichtungszeremoniell, in einem Lichtkegel. Jedes lebende Gesicht, das hier auftaucht, scheint neidisch darauf zu sein, wie perfekt Leichen erblassen. Die Zeit der Weltwirtschaftskrise. Elisabeth will ihren Körper, den künftigen Leichnam, dem anatomischen Institut verkaufen, in der Annahme, sie bekäme Geld. Das sie d...


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