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Bürgermeister von Gdańsk nach Messerangriff gestorben

Mordversuch an Politiker schockiert Polen / Behörden prüfen, wie Täter trotz der Sicherheitsmaßnahmen auf die Bühne gelangen konnte

  • Lesedauer: 2 Min.

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Warschau. Der bei einer Messerattacke niedergestochene Gdańsker Bürgermeister Pawel Adamowicz ist seinen Verletzungen erlegen. »Trotz all unserer Bemühungen haben wir ihn nicht retten können«, sagte der Arzt Tomasz Stefaniak am Montag laut der Nachrichtenagentur PAP.

Adamowicz war am Sonntagabend bei einer Veranstaltung der Organisation WOSP vor den Augen hunderter Menschen von einem Angreifer niedergestochen worden. Bei dem jährlichen Event wird Geld für die Ausstattung von Kinderkrankenhäusern gesammelt. Der Täter stürmte auf die Bühne und stach mit einem Messer mehrfach auf den 53-Jährigen ein, der seit 1998 Bürgermeister von Gdańsk ist. Adamowicz wurde vor Ort wiederbelebt und anschließend ins Krankenhaus gebracht, wo er mehrere Stunden operiert wurde. Der Angreifer wurde von Sicherheitsleuten rasch überwältigt. Laut Polizei handelt es sich um einen 27-jährigen Gdańsker.

Ein Video des Angriffs zeigt, wie der Mann nach der Messerattacke ein Mikrofon an sich reißt und ruft, er sei von der früheren Regierung der Bürgerplattform (PO) unschuldig ins Gefängnis gebracht und »gefoltert« worden. »Deshalb stirbt Adamowicz!« Die PO hatte Adamowicz bei der Kommunalwahl im Herbst unterstützt. Ein Augenzeuge sagte dem Sender TVN, der Angreifer habe nach der Attacke »glücklich« über seine Tat gewirkt.

Medienberichten zufolge war der 27-Jährige in der Vergangenheit wegen vier bewaffneter Banküberfälle in Gdańsk zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt worden. Demnach litt er im Gefängnis zunehmend unter psychischen Problemen.

Die Behörden prüfen nun, wie er trotz der Sicherheitsmaßnahmen auf die Bühne gelangen konnte, auf der Adamowicz stand. Nach Angaben einer Polizeisprecherin hatte er eine Akkreditierung als Pressevertreter bei sich. »Jetzt müssen wir herausfinden, wie er sie erhalten hat, ob die Akkreditierung auf seinen Namen ausgestellt war, und ob er wirklich befugt war, sich zu diesem Zeitpunkt dort aufzuhalten«, sagte die Sprecherin.

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und Innenminister Joachim Brudzinski verurteilten die Tat. Der EU-Ratspräsident und frühere polnische Regierungschef Donald Tusk, Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermans und der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sprachen Adamowicz ihren Beistand aus. Agenturen/nd

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