Es war einmal in Afrika

Die europäische und deutsche Historik muss ihre Nord-Fixierung überwinden

  • Von Philmon Ghirmai
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.
Kwame Nkrume, der erste Präsident Ghanas, tanzt bei Feierlichkeiten anlässlich der 
Unabhängigkeit des Landes 1957 mit der Herzogin von Kent.

Erst 100 Jahre nach dem formalen Ende der deutschen Kolonialherrschaft rückt deren Aufarbeitung ins Blickfeld. Beigetragen dazu haben nicht zuletzt Personen aus den ehemaligen Kolonien. So fordern Vertreter*innen der Ovaherero und Nama seit vielen Jahren lautstark die Rückgabe menschlicher Überreste, die im kolonialen Kontext geraubt wurden. Solche Schädel und Gebeine befinden sich nach wie vor zu Tausenden in den Sammlungen deutscher Museen. Zwar verweigern die deutschen Verantwortlichen weiterhin Verhandlungen, die diese Nachfahren der Opfer als gleichberechtigte Akteur*innen anerkennen. Dennoch wurde durch die Rückforderungen der Debatte über die deutsche Kolonialvergangenheit eine Perspektive hinzugefügt, die bis dato gefehlt hat - die der vormals kolonisierten Gesellschaften.

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