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Mahnung aus Burbach

Markus Drescher über einen sehr angekratzten Firnis der Zivilisation

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Prozesse um die Misshandlungen von Flüchtlingen in einer Asylunterkunft rufen in Erinnerung, dass der Firnis der Zivilisation einfach nicht dicker wird - ganz im Gegenteil. Die Geschehnisse in Burbach machen deutlich, wie wenig es braucht, um mitten in der Bundesrepublik im 21. Jahrhundert ein System aus Selbstjustiz und -herrlichkeit zu etablieren, Menschlichkeit negierend, Gesetze, Normen und Moral missachtend, scheinbar jedem Fortschritt zuwider.

Muss man aber heute nicht leider fragen: Welcher Fortschritt? Befinden wir uns nicht auf dem Weg in eine Gesellschaft, in der man sich noch wünschen wird, dass es wenigstens noch einen dünnen Firnis gäbe? Die unablässigen Angriffe auf Anstand und Moral, die ja sogar schon als Schimpfworte gebraucht werden, die Akzeptanz menschen(leben)verachtender Debatten und das Versagen der Politik bei der Lösung so ziemlich jedes drängenden Problems lassen einen versucht sein, mit Ja zu antworten.

Doch kann und darf das nicht die Antwort sein. Nicht für diejenigen, die noch Interesse haben an einer Gesellschaft, in der nicht vollends das Recht des Stärken regiert. Sich dafür stark zu machen, ja einen Teil dazu beizutragen, dass die tiefen Kratzer im Zivilisationslack ausgebessert werden, zu dieser Antwort mahnt Burbach.

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