Werbung

Der vierte Schritt vor dem ersten

Nelli Tügel über die Ankündigung einiger Gilets Jaunes, zu den Europawahlen kandidieren zu wollen

  • Von Nelli Tügel
  • Lesedauer: 1 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Idee geistert bereits seit Wochen herum, nun soll es tatsächlich passieren: Einige Gelbwesten wollen mit einer eigenen Liste zu den Europawahlen antreten. Das ist reichlich absurd. Auch mehr als zwei Monate nach den ersten Protesten der Gilets Jaunes sind diese noch immer äußerst heterogen, dezentral und ohne feste Strukturen. Wer da also entschieden hat zu kandidieren, hat dies sicher nicht im Namen »der Gelbwesten« getan.

Nun ist es nicht so, dass es gar keine Organisierung gäbe. Seit einigen Wochen nehmen die Versuche zu, sich lokal auf Basisversammlungen über die sozialen Medien hinausgehend auf gemeinsame Forderungen zu einigen. Am Wochenende wird in der kleinen Stadt Commercy ein erstes frankreichweites Treffen stattfinden. Doch für einen Wahlantritt ist es viel zu früh. Wo zwar viel Einigkeit über die Notwendigkeit sozialer Gerechtigkeit und einer demokratischen Erneuerung herrscht, es darüber hinaus aber keine tragfähige gemeinsame Basis gibt, kann eine Kandidatur einer jungen Bewegung nur Schaden zufügen. Weil sich so einige anmaßen, die darüber nötigen Aushandlungsprozesse vorwegzunehmen. In der jetzigen Situation ist der Vorstoß daher vor allem geeignet, die linke Oppositionswählerschaft zu spalten - und das ist sie in Frankreich wahrlich schon genug.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!