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Die Sünde, Liebknecht zu wählen

Ausstellung in Elstal zum sensationellen Sieg des SPD-Kandidaten 1912 im Kaiserwahlkreis

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

»Trotz alledem«, sagt Sandra Schröpfer. Die junge Frau vom Verein »Historia Elstal« zitiert Karl Liebknecht aus der Ausgabe der KPD-Zeitung »Rote Fahne« vom 15. Januar 1919. Es war der Tag, an dem der Revolutionär ermordet wurde. Erst im April 1919 wurde der Grundstein für die Eisenbahnersiedlung Elstal gelegt. Liebknecht kann also nie dort aufgetreten sein. Aber die Gegend gehörte zum sogenannten Kaiserwahlkreis, in dem Liebknecht schon 1903 und 1907 für die SPD angetreten war und den er 1912 mit 24 299 Stimmen sensationell gewonnen hatte.

Die von Militärs und Beamten geprägte Residenzstadt Potsdam mit den Schlössern der Hohenzollern lag in diesem Reichstagswahlkreis, außerdem Spandau, das damals noch nicht zu Berlin gehörte, und das Osthavelland. Das Milieu hier war vorwiegend kaisertreu eingestellt, der Sieg eines Sozialdemokraten schien undenkbar. In Ketzin beispielsweise hatte Liebknecht katholischen Arbeitern gesagt, die Rel...


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