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Paprika an den Pfirsich!

Marie Luise Kaschnitz

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Der Mensch in der Revolte bleibt die Ausnahme, in der Regel ist er heute: Patient. Kuriert werden muss sein Leiden am Urinstinkt, es könne noch eine Welt-erhellung für ihn geben. Nein, solcher Instinkt ist nicht mehr gesund - gesund scheint eher das Hineinfinden ins bekannte Unglück der mittelmäßigen Depression zu sein.

Nicht ohne Grund enden gelungene Therapien damit, dass die Beteiligten über sich lachen. Abschied von den Hoffnungen als die letztmögliche Souveränität? Ja, sagt Marie Luise Kaschnitz: »Morgen sind wir doch/ was Tote sind«. Vor diesen Bescheid freilich setzt sie ein »Aber heute noch«, der Mensch ist »Ein Verlangen ein Zorn/ (...)/ Ein Stück Gott ein Stück Tier/ Getrieben verlassen/ Zu lieben frei«.

Gedichte der 1901 Geborenen bündelt ein Heft der Reihe »Poesiealbum«. Kaschnitz kommt aus einer Offiziersfamilie. Sie nannte sich selbst ein »Augenkind«: eine Sehende. Sie wird an der...


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