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Hundert warme Betten

Die neueste Einrichtung der Kältehilfe in Berlin-Pankow gehört zu den größten der Stadt - und ist jede Nacht beinahe ausgelastet

  • Von Maria Jordan
  • Lesedauer: 3 Min.

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In einem Gewerbegebiet in der Storkower Straße in Pankow können in einem ehemaligen Bürogebäude von Vattenfall seit wenigen Wochen Obdachlose schlafen. Trotz der Abgelegenheit ist die neueste Einrichtung der Kältehilfe mit den einhundert Plätzen jede Nacht nahezu ausgelastet. »Zwischen 80 und 100 Personen schlafen hier inzwischen jede Nacht«, berichtet der für die Wohnungslosenhilfe zuständige Mitarbeiter der GEBEWO, die die Notunterkunft leitet. Sozialsenatorin Elke Breitenbach (LINKE) hatte am Donnerstag zu einer Pressekonferenz in die Unterkunft geladen.

»Bei der Kältehilfe geht es in erster Linie darum, Menschenleben zu retten«, so Breitenbach. Sie sei ein niedrigschwelliges Angebot, betont sie in Bezug auf die immer wiederkehrende Kritik an den niedrigen Standards der Unterkünfte. »Diese Unterkunft hat einen höheren Standard«, sagt die Senatorin.

Davon sollen sich die Anwesenden bei einer Führung mit einem ehrenamtlichen Helfer selbst überzeugen. Am Eingang müssen die Übernachtungsgäste ihre Taschen zeigen - Drogen und Alkohol sind nicht erlaubt. Dann bekommt jeder sein Bettzeug, ein Handtuch und Hygieneartikel. Im Erdgeschoss gibt es Gemeinschaftsduschen und Toiletten, die Küche mit Essensausgabe und einen Aufenthaltsraum. Dieser ist nicht unbedingt gemütlich, aber zweckdienlich. An den Wänden sind bunte Kindermalereien - 2015 kamen hier geflüchtete Familien unter. Besonders die Duschen und Toiletten hätten in der Unterkunft einen überdurchschnittlichen Standard und seien entsprechend gut genutzt.

Im ersten und zweiten Stock befinden sich die Schlafzimmer, jeweils 50 Menschen finden auf jedem Stockwerk Platz. Viel ist nicht in den Zimmern, die Wände sind leer, teilweise fehlt der Bodenbelag. Auf den einfachen Betten und Pritschen liegen dünne Matratzen. »Dass wir mit den vielen Räumen ermöglichen können, dass maximal vier Personen in einem Zimmer schlafen, ist ein großer Vorteil des Gebäudes«, sagt Deck. Die Umstände hier seien »menschenwürdig«. Erst im November letzten Jahres haben Ehrenamtliche mit dem Aufbau der Einrichtung begonnen. »Für so eine kurze Zeit ist das schon ordentlich«, findet ein Ehrenamtler, der von Anfang an am Projekt beteiligt war.

Eine warme Mahlzeit am Abend gehört ebenfalls zum Angebot. Ein Caterer liefert täglich zwei verschiedene Suppen und Brot, außerdem gibt es Lebensmittelspenden von der Tafel. »Ein warmes Essen ist etwas, worauf viele sich den ganzen Tag freuen«, weiß der freiwillige Helfer aus Erfahrung. Nach der Nachtruhe werden die Obdachlosen spätestens um 6 Uhr geweckt. »Wir wollen den Menschen noch etwas zu Essen geben, wenn sie runterkommen«, sagt er. »Deshalb gibt es morgens Frühstück.«

Um 8 Uhr müssen die Menschen die Unterkunft verlassen. Bis sie am Abend wiederkommen können, bleiben ihnen Tagesangebote wie Wärmecafés - oder die Straße.

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