Werbung

Heizen nach Sanierung teurer

Energetische Sanierung im Kosmosviertel treibt den Energieverbrauch in die Höhe

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die energetische Sanierung in den Blöcken Schönefelder Chaussee 169-185 (Bauabschnitt 1) und Venusstraße 20-26 (Bauabschnitt 2) mit knapp 400 Wohnungen hat den Heizenergieverbrauch um über 20 Prozent gesteigert, statt ihn zu senken. Das ergibt sich aus den Nebenkostenabrechnungen für das Jahr 2017. Peter Schmidt und seine Mitstreiter vom Mieterprotest Kosmosviertel haben bei vielen Mietern die im Dezember 2018 zugestellten Belege sowie bis ins Jahr 2008 zurückreichende Abrechnungen eingesammelt, um ein Gesamtbild ohne Einfluss persönlichen Heizverhaltens zu bekommen. Zudem haben sie für eine Vergleichbarkeit die vom Wetterdienst gesetzlich errechneten Klimafaktoren einbezogen.

»Die ersten Hinweise auf Erhöhung des Verbrauchs in den fertig modernisierten Wohnblöcken hatten wir bereits für den Bauabschnitt 1 und das Jahr 2016«, berichtet Schmidt. Deswegen hatten Betroffene im Mai 2018 Anzeige wegen Verstoßes gegen die Energie-Einsparverordnung (EnEV) erstattet. Diese sei vom zuständigen Bauamt Treptow-Köpenick zurückgewiesen worden, wegen »verzerrter Ergebnisse«, so Schmidt. Die Abschnitte 1 und 2 werden durch eine gemeinsame Heizzentrale versorgt. 2017 war bei beiden Blöcken die Maßnahme abgeschlossen. Die hohe Umlage zwang einige Mieter zum Auszug.

»Es ist schlimm, dass der Bezirk bisher keine wirksamen Maßnahmen zum Mieterschutz ergriffen hat«, sagt Schmidt. »Im vorliegenden Fall konnten bis dato grundsätzliche Verstöße gegen die EnEV nicht erkannt werden«, erklärt Bezirks-Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD) auf nd-Anfrage. Die Eigentümerin Schönefeld Wohnen GmbH & Co. KG sei jedoch um Stellungnahme gebeten worden. Weder das Unternehmen, noch dessen Geschäftsführer reagierten auf Anfragen von »nd«.

Nach Ansicht der Aktivisten wäre die Sanierung in dem Umfang komplett unnötig gewesen - die Plattenbauten aus der Endzeit der DDR hatten äußerst gute Dämmwerte. Schmidt fordert eine komplette Rückzahlung der erhöhten Mieten für die »falsche Modernisierung« und »falscher Abrechnungen« vom Eigentümer.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!