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LIMA auf Distanz

Roland Etzel zum Verhältnis Lateinamerikas zu Venezuela

  • Von Roland Etze
  • Lesedauer: 1 Min.

Mag es auch den Anschein haben, als sei sich die ganze Welt, vor allem Amerika, völlig darin einig, Venezuelas Präsidenten Maduro zu stürzen - Zweifel sind dahingehend angebracht. Das von den globalen Medien mit großer Wucht vermittelte Bild einer Sache und die Wirklichkeit können zwei verschiedene Dinge sein. Man kennt das aus der jüngeren Geschichte von der Kampagne um Aleppo.

Durchaus nicht alle Staaten in Lateinamerika stehen auf der Seite von Großinquisitor Trump und seinen Hilfswilligen in der EU. Denke man nur an Bolivien, Ecuador, Kuba und Nicaragua, die selbst im Fadenkreuz US-amerikanischer Regime-Change-Strategien standen oder stehen. Auch die meisten Staaten des Kontinents umfassende LIMA-Gruppe möchte sich offenbar nicht aktiv am Niederwalzen des venezolanischen Systems beteiligen. Mexiko und das LIMA-Nichtmitglied Uruguay drängen im Gegenteil auf eine neue Vermittlungsinitiative - das alles, obwohl sie Maduros Regierungsstil zum Teil deutlich ablehnen.

Aber eine militärische Intervention, wie sie die USA absichtsvoll nicht ausschließen, lehnen sie klar ab. Auch wenn rechtskonservativ gewendete Staaten wie Argentinien oder Brasilien keine Invasion fürchten: Das neue Putschmodell, welches Washington gerade in Caracas erprobt, beunruhigt auch Lateinamerikas bürgerliche Regierungen, garantiert ihnen doch niemand, dass es nach erfolgreichem Testlauf in Venezuela bei »Fehlverhalten« demnächst nicht auch sie heimsucht.

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