Lehrer zu Lehrenden

Die Stadt Hannover verpflichtet ihre Belegschaft zum »Gendern« – und erntet Lob sowie heftige Häme

  • Von Hagen Jung
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

»Hier ist die Anrufbeantworterin der Frauenbeauftragten ...«: Schon vor über einem Jahrzehnt war dieser Hinweis aus einer Kommunalbehörde im Wendland zu hören. Die Feminisierung der Sprechmaschine wurde von manchen Menschen am anderen Ende der Leitung mit Kopfschütteln quittiert, von Frauenbewegten begrüßt, von nicht wenigen Bürgerinnen und Bürgern auch beschmunzelt.

Zumindest war die Ansage originell, eine nette Idee, nicht Produkt einer doch amtlich-ernst anmutenden Vorschrift, wie sie jüngst die Verwaltung von Niedersachsens Hauptstadt Hannover herausgegeben hat. Das Faltblatt ist gefällig gestaltet, wird »Empfehlung« genannt, aber der Hinweis, sie sei »verbindlich« für das Team der Stadt, macht daraus letztlich doch eine Anweisung, in der beispielsweise aus dem Rednerpult ein Redepult wird, aus dem Wählerverzeichnis ein Wählendenverzeichnis, und statt »keiner« hat es fortan »niemand« zu heißen in Schriftstücken aus dem Rathaus. Ganz gleich, ob es ein Brief aus dem Bauamt an Grundeigentümer ist, ein für Touristen gedachter Flyer zu Sehenswürdigkeiten oder irgendein Formular.

Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) singt...

Zumindest war die Ansage originell, eine nette Idee, nicht Produkt einer doch amtlich-ernst anmutenden Vorschrift, wie sie jüngst die Verwaltung von Niedersachsens Hauptstadt Hannover herausgegeben hat

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