Das Leben nach der Kohle rückt näher

Die Kumpel im Mitteldeutschen Revier bei Leipzig hoffen, nicht als erste vom Kohleausstieg betroffen zu sein

  • Von Hendrik Lasch, Profen
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Am Rand der Grube wachsen Sonnenblumen. Im Sommer haben sie dem Grau, Braun und Schwarz der Kohleflöze und Abraumhalden im Tagebau Profen ein kräftiges Gelb entgegengesetzt. Jetzt, im Winter, passen sie sich der Tristesse der Umgebung an: braune Stängel, verdorrte Köpfe. Immerhin: Sie besiedeln eine Fläche, die zuvor wie tot wirkte; aufgefüllt mit Abraum, unter dem zuvor alle Kohle herausgeholt worden war. Die Saat soll helfen, den aufgeschütteten Boden so zu verbessern, dass Bauern ihn wieder als Acker nutzen können. Die Blumen sind gewissermaßen der Beweis, dass es ein Leben nach der Braunkohle gibt.

Über das Leben nach der Kohle muss auch Carsten Preuß jetzt nachdenken - ungewollt. Er arbeitet bei der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag), die den Tagebau Profen betreibt und von dort Kohle an Kraftwerke etwa in Schkopau und Chemnitz liefert. Solche Anlagen werden in Deutschland allerdings in absehbarer Zukunft ab...

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