In der Fortschrittsfalle

Außer Kontrolle: An der Oper Erfurt stellt Steve Reich mit »Three Tales« Grundsatzfragen

  • Von Roberto Becker
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wichtige Fragen stellen, ohne die Antwort gleich mitzuliefern. Mit einer Musik, die packt und einer Visualisierung, die die Grenzen des Genres sprengt. Musiktheater mit Nach(denk)wirkungen - und das ohne eine Inszenierung im klassischen Sinne.

Die Rede ist von Steve Reichs Video-Oper. »Three Tales« - ein etwas über einstündiges, zu den Wiener Festwochen vor 17 Jahre uraufgeführtes Werk - kam jetzt auf der Studiobühne des Erfurter Opernhauses als Bereicherung des »normalen« Repertoirebetriebes eines Stadttheaters. In Erfurt passt das gut in die Affinität zu musikalischen Novitäten. Hier hat Guy Montavon Uraufführungen und Ausgrabungen zum Markenzeichen seines Hauses und seiner Generalintendanz gemacht.

Nun ist der Einsatz von Videos in Operninszenierungen aber heute generell groß in Mode. Entweder als Ersatz und Ergänzung eines Bühnenbildes - oder als eigenständige zusätzliche Ebene eines Gesamtkunstwerkes, bei dem die Produktion der fi...


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