Lautes Klopfen gegen Frauen

Männervereine in Bremen pflegen eine umstrittene Tradition

  • Von Cäcilie Bachmann
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Kein Adel, keine Orden, keine Titel, so lautet das hanseatische Bremer Motto. Stattdessen gibt es eine Art eigenes Adelsprädikat: »Tagenbaren« sind Bremer, die in Bremen geboren sind und mindestens zwei hier geborene Vorgängergenerationen von beiden Elternseiten haben.

Das lässt auf eine gewisse Affinität zur Tradition im kleinsten deutschen Bundesland schließen und erklärt womöglich die erbittert geführte Diskussion um zwei Ereignisse der Hansestadt: das »Schaffermahl« und die »Eiswette«. Seit über 200 Jahren veranstaltet ein reiner Männerverein am Dreikönigstag ein Spektakel an der Weser, bei dem ein Schneider mit einem Bügeleisen prüft, ob der Strom zugefroren ist. Dazu hält er eine launische Rede auf Bremer Ereignisse und Personen.

Der nicht eingetragene Eiswett-Verein hält die eigene Tradition gegen alle Kritik hoch: Es ist nämlich eine reine Männerrunde. Frauen dürfen weder Mitglied werden, noch am feierlichen Bene...

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