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Der fiktive Beamte

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 1.0 Min.
Entdeckung beruht auf Wahrnehmung. Was nicht wahrgenommen wird, kann nicht entdeckt werden. Kamerun belehrt eines Besseren: Dort wurden 20 000 hohe Beamte »aufgefunden«, die es nicht gibt. Jahrelang Gehälter und Zuwendungen. Korruption auf höchstem Niveau. Beamte, die es nicht gibt, obwohl sie bezahlt werden, sind Betrug. Viele Beamte, die bezahlt werden, nur weil es sie gibt, scheinen mitunter der größere Betrug zu sein. Computer arbeiten so atemberaubend schnell, weil sie nicht erst nachzudenken brauchen - Verwaltungen jeder Art arbeiten aus dem gleichen Grunde so faszinierend langsam. Aber zweifellos steigt das fiktive Element in der Gesellschaft. Den Sozialstaat gibt es bald nicht mehr, seine Bediensteten jedoch bleiben in Lohn - Gehalt empfangen heißt: gehalten werden, für die immer gleiche Arbeit: Sprechstunden haben, aber niemandem wirklich zuhören. Auch die repräsentative Demokratie wird bekömmlich vergütet - an ihrer gestaltenden Existenz darf inzwischen stark gezweifelt werden. Kamerun. Dritte Welt? Von wegen. Das nennt man eindeutig: Überholen, ohne einzuholen. Dem fiktiven Beamten gehört die Zukunft, weil er obwaltender Politik hilft, nicht das Elend ihrer Entbehr...

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