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Zahl der Nazi-Konzerte in Sachsen erreicht neuen Höchststand

Laut der LINKEN fanden 2018 im Freistaat 49 rechtsextremistische Musikveranstaltungen im Jahr statt

  • Lesedauer: 2 Min.

Dresden. In Sachsen sind im vergangenen Jahr 49 rechtsextremistische Konzerte veranstaltet worden. Das gehe aus der Auswertung von Antworten der schwarz-roten Landesregierung auf mehrere parlamentarische Anfragen hervor, wie die Linksfraktion im sächsischen Landtag in Dresden am Montag erklärte. Nach 15 Veranstaltungen im Jahr 2013 und 46 Live-Auftritten Neonnazi-Gruppen 2017 sei damit ein neuer Höchststand erreicht, so die Fraktion.

Sachsens Verfassungsschutz spreche von lediglich 24 Konzerten, »weil er andere Szeneveranstaltungen, die musikalisch flankiert wurden, einfach rausgerechnet hat«, sagte die LINKEN-Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz. Das ändere jedoch nichts daran, »dass Sachsen gemeinsam mit Thüringen der derzeit wichtigste Standort für extrem rechte Musik ist«, betonte sie. Zudem handele es sich bislang nur um vorläufige Zahlen, fügte sie hinzu.

Die meisten rechtsextremen Musikevents wurden 2018 demnach in den Landkreisen Görlitz (12) und Nordsachsen (10) gezählt. Dort stünden etwa in den Orten Ostritz und Staupitz »'legale' Locations« zur Verfügung. Auch die Gemeinde Mücka im Landkreis Görlitz sei wieder zu einer festen Adresse geworden, so Köditz.

Wie groß das Potenzial in Sachsen sei, zeige sich daran, dass 2018 mitunter bis zu drei Musikveranstaltungen parallel hätten stattfinden können. Die Zahl der Teilnehmer schwankt Köditz zufolge zwischen 15 und 1300. Besonders viele Veranstaltungen hätten zuletzt in den Landkreisen Görlitz (12) und Nordsachsen (10) stattgefunden.

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) habe offenbar keine Gegenstrategie gegen die Veranstaltungen gefunden, »falls er überhaupt danach gesucht hat«, sagte Köditz weiter. Dabei sei klar, dass die Konzerte dazu dienten, »Geld in die Szene-Kassen zu spülen«. Auch in diesem Jahr werde unter Neonazis bereits für eine Reihe von Veranstaltungen Werbung gemacht, betonte die Abgeordnete. Agenturen/nd

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